Patagonien 2012




23.03.2012 Wintermaerchen und Winterhoelle
die tour mit der faehre von punta arenas nach puerto williams war echt ein traum und wenn jemand vor hat, nach puerto williams zu reisen, der sollte sich die tour auf keinen fall entgehen lassen. raue see, gletscher, buckelwale, orcas, berge, regenboegen ohne ende, pinguine, seeloewen, sonnenuntergaenge, tolle leute an bord. wie gesagt, es war ein traum. puerto williams selbst. na ja, eine ehemalige militaerbasis die sich nach und nach zu einem reinen touristenort entwickelt, dem südlichsten der welt immerhin. viele segler kommen hier her und die insel navarino ist leider nicht wirklich ein geheimtip mehr. trotzdem hab ich die acht tage auf dem eiland echt genossen und mein wohl groesstes abenteuer auf meiner diesjährigen reise erlebt. gegen 11 uhr nachts sind wir in p. williams angekommen und im gegensatz zu den anderen hab ich die nacht noch auf dem schiff verbracht. belohnt mit einem tollen sonnenaufgang. um acht haben wir den anker gelichtet und sind zurueck in den hafen. ich war einkaufen und hab mit zwei schweizern vom schiff noch einen kaffee in einem der zwei restaurents getrunken, bevor ich mich auf zur anderen seite der insel gemacht habe. kurz vorm pass der nur etwa 500m hoch ist hab ich an einem kleinen see gezeltet und konnte am abend einem biber bei seinem werk zusehen. es ist unglaublich was die kleinen nager vollbringen, auch wenn sie zu einer echten plage werden fuer die insel. schliesslich wurden sie nur "eingeschleppt". am morgen wurde ich von einer geschlossenen schneedecke begruesst. ein wahres wintermaerchen offenbarte sich draussen auch wenn es maechtig stuermte. es war kalt und der weg richtung lago windhond fuehrte durch moore, waelder ohne ende und vorbei an tausenden kleinen tuempeln, die die biber mit ihren daemmen geschaffen haben. am see fand ich einen recht geschuetzten platz am wasser und bin am morgen richtung ozean aufgebrochen. pfad gab es keinen und so bin ich immer am ufer des etwa 10km langen sees entlang gelaufen. zum glueck hatte der wind nachgelassen. schliesslich bin ich am rio navarino gelandet und hatte meinen spass im dickicht des urwalds. ueber eine stunde hab ich gekeampft, bis ich dann endlich durch den fluss konnte bzw. eine geeignete stelle gefunden hatte. der rest war recht einfach und als ich in der bahia windhond stand, kam sogar die sonne raus, so als ob sie auf diesen moment gewartet hat. die inseln von kap hoorn konnte ich zwar nur erahnen, doch die weite war echt faszinierend. ich suchte mir einen halbwegs geschuetzten zeltplatz und lief ein wenig am strand entlang, als auch schon pechschwarze wolken aufzogen und es kurz darauf anfing zu hageln und stuermen, so dass ich es echt mit der angst zu tun bekommen habe. die halbe nacht ging das so und dazu muss ich mich auf dem schiff mit irgendeinem virus angesteckt haben. jedenfalls hatte ich fieber bekommen und maechtige glieder- und halsschmerzen. am morgen war es zum glueck wieder etwas besser, jedoch konnte ich meinen plan, in der riesigen bucht wandern zun gehen vergessen. ich hab mich natuerlich auf den rueckweg gemacht und war am fruehen nachmittag wieder in der naehe des refugios am lago windhond in einer toll gelegenen bucht. die sonne schien schon den ganzen tag und so machte ich es mir am strand bequem und bekaempfte mit tee meine erkaeltung oder was es auch war. am abend kamen dann unzaehlige bieber aus ihren verstecken und drehten ihre kreise auf dem see vor meinem zelt. ja und die naechsten zwei tage sollten es in sich haben. gg. acht bin losgelaufen und hab am refugio 2 chilenen und zwei australier getroffen. sie wollten den gleichen weg ueber die berge laufen wie ich. allerdings waren sie noch am packen, so dass ich allein weiter bin. durch dichten wald ging es steil bergan auf 700m und als ich auf eine hochebene kam wehte es mich fast ueber den haufen. etwa null grad.aber sonne. zumindest bis ich mein mittag an einer kleinen lagune beendet hatte. ich wartete noch auf die anderen vier und begruesste sie mit warmem tee. allerdings war ich bald wieder voraus und kurz hinterm ersten von drei paessen kamen die ersten schneeschauer auf. der horizont wurde immer dunkler und mir war klar, dass es noch maechtig schneien wuerde. ich musste also irgendwie noch ueber die anderen zwei paesse kommen. um nicht hier oben festzusitzen. so verlor ich die anderen bald aus den augen und kam schliesslich an einen kleinen see, als es dann anfing heftig zu schneien. der weg war ohne schnee schon ziemlich heftig und ich war froh, dass ich ueber die paesse war. von den anderen fehlte jedoch jede spur. die nacht war endlos lang. sturm vom feinsten und etwa 40cm schnee. vom pfad war natuerlich nichts mehr zu sehen am naechsten morgen. bis zehn hab ich gewartet, doch als immer noch keine besserung in sicht war, hab ich mein zelt abgebaut und bin durch den neuschnee talwaerts gestiefelt. das groesste problemn in der nacht war das kondenswasser im zelt, da es so um die null grad hatte und nichts gefroren ist. durch den wind konnte ich die luefter nicht aufmachen, da sonst der ganze schnee ins zelt geflogen kam. die folge war, das alles ziemlichn nass war am morgen. ich machte mir echt sorgen wegen den anderen und hoffte, dass sie nicht irgendwo in unwegsamen gelaende festhingen. ich jedoch hatte mal wieder glueck, denn genau als ich loslief, kam die sonne raus. langsam kann ich schon wetten darauf abschliessen. querfeldein bin ich richtung p. williams und auf einer lichtung hab ich erstmal alles in die sonne gehangen. ich war klitschnass. der schnee, der morastige boden, das wasser von den baeumen. echt toll mein letzter tag in den bergen. aber ich war froh, als ich unten war und beschloss, zu den carabineros zu gehen und ihnen zu sagen, dass die anderen vier vielleicht hilfe brauchen. sie wollten jedoch einen tag warten und dann entscheiden. so hab ich mir nen hostal gesucht und nette franzoesische gesellschaft gefunden. gestern war dann faulenzen angesagt. genauso wie heute. allerdings war der flug ziemlich krass und ich hab jetzt noch ohrenschmerzen. 4000m ohne druckausgleich!! morgen gehts zu den pinguinen und am sonntag nach temuco.
Lago Windhond,
13.03.2012 La Luna
la luna - so heisst das kleine restaurant in dem ich heute den tag verbracht habe. es liegt gegenueber unserem hostal und am morgen stand das wasser noch einen meter hoch. nachdem ich heut morgen ein wenig durch die stadt gelaufen bin, kam gerade die familie, der es gehoert, als ich zurueck kam, und so hab ich gefragt, ob sie hilfe brauchen. da konnten sie natuerlich nicht nein sagen. so haben wir den ganzen tag wasser geschaufelt, mit eimern rumgetragen, mit besen aus dem haus befoerdert usw. im laufe des tages kamen immer mehr leute und haben uns geholfen und gegen abend hatten wir das ganze wasser draussen und wir waren von oben bis unten voll schlamm. allerdings liegt das restaurant etwas unter strassenniveau, sodass immer noch wasser ins haus reindrueckt. der schlamm auf den strassen tuermt sich mittlerweile zu riesigen haufen und das wasser ist fast komplett verschwunden. so steht meiner reise zum ende der welt morgen nichts mehr im wege. der hostalbetreiber stammt aus pto. williams und hat mir einige gute tips gegeben. zwar melden sie schnee fuer dort unten, aber das sollte mich nicht allzu sehr stoeren. aber ist schonn irgendwie komisch, dass ich wieder so ne "naturkatastrophe" hier mitmache, auch wenn sie natuerlich nicht halbwegs das ausmass der letzten hatte. sie werden hier die ganze nacht durcharbeiten nehme ich an, womit ich wieder mal schlafprobleme haben werde. kann in der stadt eh nicht gut schlafen und wache bei jedem mux auf, da in den bergen ausser dem wind absolut nix zu hoeren ist und ich mich voll dran gewoehnt hab. aber was solls, hab eh bald wieder etwas mehr laerm um die ohren.
Wasser weg - Schlamm da
heut nacht hat es aufgehoert zu regnen und das wasser ist fast komplett aus den strassen verschwunden. dafuer liegt jetzt der schlamm kniehoch in den strassen. war gar nicht so einfach gestern in den supermarkt weiter oben in der stadt zu kommen, der einzige der offen hat. aber es war lustig. wir waren zu dritt unterwegs und staendig sind unsere schuhe im schlamm haengen geblieben. inzwischen fahren radlader durch die strassen und versuchen etwas ordnung zu schaffen. im hostel wo ich gelandet bin sind nur noch fuenf leute incl. dem betreiber. gestern abend haben wir alle zusammen billard gespielt, wein und bier getrunken und viel zu viel geraucht. aber war nen schoener abend. werd heute sehen, dass ich mein ticket nach pto. williams bezahle und vielleicht nen ausflug zu den pinguinen machen. kommt auf swetter an, denn noch sieht man kaum hundert meter vor lauter nebel. bin erstmal froh, wenn ich die reichlich fuenf kilometer bis in den hafen geschafft habe. gestern hab ich einer belgierin, die in der antarktis zum forschen war, ihren 40kilo rucksack durchs wasser geschleppt, da sie zum flughafen musste und noch nen kleinen koffer dabei hatte. als dank gabs nen latte macchiato im hotel mit den ganzen anderen forschern und paar bilder aus der antarktis. morgen abend um 6 gehts dann mit dem schiff durch feuerland. freu mich total drauf auch wenn wir den angeblich schoensten teil nachts passieren. hoffentlich wird der angesagte sturm nicht gar so stark.
12.03.2012 Land unter in Punta Arenas
zum ende meiner Reise hin scheint es wieder richtig abenteuerlich zu werden. in punta arenas regnet es seit fast zwei tagen ununterbrochen und heute morgen sind aus den strassen fluesse geworden. es soll den ganzen tag noch regnen und schon jetzt steht das wasser einen halben meter bzw. stroemt richtung meer. keine ahnung was hier noch kommt und ich werde mich langsam in hoehere gebiete begeben. das internet war auch schon ausgefallen und ich hoffe, dass ich meinen trip am mittwoch machen kann. die ertsen leute werden bereits von der feuerwehr evakuiert und zum glueck geht mein rueckflug nicht heute. normalerweise regnet es maximal zwei stunden am stueck und es ist das erste mal seit 1992 das wasser in den strassen steht.
 Torres del Paine
11.03.2012 Punta Arenas - Flucht aus dem Torres del Paine
mit beiden haenden umklammere ich das spannseil fuer den segelmast und stehe direkt am bug des 48 jahre alten kutters namens "21 de mayo". die gischt der vielleicht drei meter hohen wellen verteilt sich ueber dem ganzen deck und ich habe muehe ueberhaupt stehen zu bleiben, dabei war die reeling nicht mal huefthoch und in deutschland waere dieser kahn laengst aus dem verkehr gezogen. der wind, der vom eisfeld herunter weht, wird immer staerker und meine regenklamotten stossen an ihre grenze. links von mir schiesst ein regenbogen aus dem wasser. die bergspitzen sind mit neuschnee bedeckt und ueberall stuerzen sich wasserfaelle die senkrechten felswaende hinunter. urwaelder reichen bis zu den wolken, gletscher reichen fast bis ins meer und ich habe mich selten so lebendig gefuehlt, wie auf dieser fahrt. der fjord der letzten hoffnung - einer der schoensten landstriche, den ich je gesehen habe. ich bin der einzige an deck und geniesse jede sekunde. nach ueber einer stunde ist es mir dann zu kalt geworden und ich habe mich zu den anderen in die warme kajuete gesellt, bis schliesslich die berge des torres del paine ins blickfeld rueckten. das war der versuch eine einmalige tour mit einem alten transportschiff zu beschreiben, nachdem ich von calafate mit dem bus nach puerto natales gefahren bin und schliesslich uebers wasser in den torres del paine nationalpark. der erste teil fuehrte wie gesagt ueber den fjord der letzten hoffnung bzw. seno ultima esperanza und der zweite nach einem lachsessen in einer estancia mit dem zodiac ueber den rio serrano an den rand des tdp. insgesamt 10 stunden waren wir unterwegs und aufgrund der kleinen gruppe von 8 leuten war es eine echt familiaere sache. gegen 5 waren wir am ziel und ich habe mir einen zeltplatz am rio paine mit blick auf die berge gesucht. am nachsten tag habe ich vergeblich versucht ihn zu durchqueren und so bin ich bis zur administration des parks getrampt, da ich am abend nicht mit dem bus mitfahren wollte. dort gab es dann den ersten rueckschlag, denn den weg den ich laufenb wollte, darf man nur mit guide, da es der einzige teil im park ist, der noch nie ein feuer gesehen hat. ist zwar schade fuer mich, aber irgendwie kann ichs ja verstehen, bei der ganzen vergangenheit hier. so musste ich mir eine alternative suchen und landete schliesslich bei heftigem sturm mitten in einer wueste aus asche, verbrannten baeumen und pechschwarzen felsen. es war unertraeglich. nicht nur der anblick sondern auch die windhosen aus sand und asche. die rangerin war zwar nett und huebsch, aber ihre aussage das der teil ein wenig vom feuer betroffen sei fand ich im nachhinein ziemlich fragwuerdig. na ja, schliesslich bin ich am lago sarmiento gelandet und habe mein zelt aufgebaut. es stuermte noch immer und die luft roch verbrannt. doch schliesslich wurde ich mit einem einmaligen schauspiel am naechsten morgen belohnt. der vollmond war noch nicht hinter den bergen verschwunden als die bergspitzen schon leicht rot erstrahlten. darueber unbeschreibliche wolken von rot bis blau. selbst einige sterne waren noch zu sehen. dazu die weissen felsen am see und im gegensatz zu gestern keine welle auf dem wasser. ein bild wie es nur die natur schaffen kann. kurz darauf kam ein kleiner dachs an meinem zelt vorbei und konnte seine neugier kaum bremsen. auf dem weg zum lago nordenskjoeld besserte sich die landschaft und es kehrten langsam die farben zurueck. ich folgte den zahlreichen guanacopfaden doch sah schon jetzt die ausgetretenen wege auf der anderen seeseite, die das sogenannte "w" darstellten (im prinzip laeuft diesen weg jeder, der in den park kommt) und spuerte eine immer groesser werdende abneigung, dort lang zu laufen. kurz nach mittag fand ich einen idyllischen platz in der bucht am ende des sees und beendete den tag mit faulenzen, baden und waesche waschen. am naechsten vormittag erreichte ich dann die andere administration und sah einen bus nach dem anderen in den park fahren. so lief ich ein stueck den rio paine entlang bis zu einem wasserfall und zeltete schliesslich mit blick auf die felsturme im osten des bergmassivs am rio paine. zwar habe ich mich um einen kilometer verrechnet, denn die sonne ging knapp neben den tuemen und nicht zwischen ihnen unter, doch es war trotzdem wieder ein schoener sonnenuntergang. es ist echt traurtig, was die menschen aus diesem einmaligen landstrich gemacht haben. jede pflanze, die irgendwann mal ein baum werden koennte, wird abgebrannt und einige "farmer" hier waren wohl sogar froh ueber das feuer. es gibt jedenfalls fast keine ecke im park, die noch nicht unter einem waldbrand gelitten hat. dann werden die touristen in unmengen von bussen angekarrt und trampeln ohne jegliches bewusstsein fuer die natur alles platt. fuer mich ist nationalpark etwas anderes und ich ueberlegte, was ich machen sollte. ich kam schliesslich zu dem schluss, nach sueden aus dem park zu laufen und weiter nach punta arenas zu fahren. ja und dort sitze ich jetzt in einem kleinen hotel und plane meinen trip nach puerto williams, der streitbar suedlichste ständig besiedelte ort der welt. es regnet in stroemen, doch laut wetterbericht soll es mitte der woche, wenn mein schiff faehrt besser werden. ach ja, mal was lustiges zur abwechslung: da sitz ich doch vor meinem bootstrip in den tdp mit zwei japanerinnen beim fruehstueck im hostal und es schuettet aus kannen. sie fragen mich doch glatt nach dem wetter und ich sage: in fuenf minuten hoert es auf zu regnen. was tut es? es hoert in fuenf minuten auf zu regnen und es wird einer der schoensten tage auf meiner reise. die haben bestimmt gedacht, ich bin voll der guru. vor allem ist mein bart inzwischen laenger als meine haare. und noch was lustiges, wo wir gerade dabei sind. da trink ich doch morgens am lago sarmiento in ruhe meinen tee und hoere auf einmal musik im hintergund. so als ob jemand in einiger entfernung ein radio voll aufgedreht hat. wer macht denn um die uhrzeit in dieser "einsamkeit" so laut musik, hab ich mich aufgeregt. bis ich irgendwann mitbekommen hab, dass mein mp3-player im rucksack angegangen war. die musik kam mir dann doch etwas bekannt vor. fuer alle die ein paar bilder vermissen. meine neue kamera macht einfach zu grosse bilder und es dauert eine ewigkeit zum hochladen. sorry, aber das wird in deutschland nachgeholt und es sind ein paar echt tolle dabei! versprochen.
 Perito Moreno Gletscher
05.03.2012 Alles ganz anders - Calafate zum Dritten
da bin ich also mit dem bus zum lago argentino gefahren genauer zu, lago roca um von dort nach chile zu laufen. es fing ja auch alles gut an. den ersten abend am see habe ich mein erstes lagerfeuer gemacht, da so viel holz herum lag das ich mir es nicht verkneifen konnte. dazu gabs mal wieder einen sonnenuntergang vom feinsten und am naechsten tag gings weiter zum lago frias. der weg wurde schon etwas anspruchsvoller und die fuenf kilometer am see bestanden ausschliesslich aus steinen jeder groesse. belohnt wurde ich allerdings mit einem traumzeltplatz am seeende und einer einmaligen badestelle. leider hab ich noch immer angst vor tiefem wasser;), so dass ich mich nicht allzu weit auf den see hinaus gewagt habe. leider schien das wetter umzuschlagen, was sich am naechsten tag bestaetigte. in der nacht fielen die ertsen regentropfen seit zwei wochen und auf dem weg zum gletscher frias troepfelte es immer wieder. drei gletscherzungen haben im grenzgebiet zu chile eine einmalige landschaft geschaffen. drei verschiedene gletscherlagunen mit jeweils anderen wasserfarben auf denen jede menge eisberge treiben. dazu berge bis zu 3000m und steine ueber steine. der weg war schon fast grenzwertig, denn die felsbrocken waren teilweise uebermannsgross. zum glueck ging kein wind. an der letzten der drei lagunen habe ich gezeltet, denn wie ich es schon geahnt habe, ist es nicht mehr moeglich die grenze zum lago dickson zu passieren. die gletscher sind durch den klimawandel soweit zurueck geggangen, das das tal mittlerweile aus einem see besteht und somit der weg ueber den gletscher nicht mehr existiert. vergeblich habe ich an den steilen berghaengen eine moegliche alternative gesucht, doch schliesslich hat wie immer die vernunft gesiegt;) und ich habe mich damit abgefunden zurueck zum lago frias zu muessen. allerdings unter erschwerten bedingungen, denn in der nacht schguettete es was die wolken hergaben und trotzdem ich nachts immer wieder vors zelt geschaut hatte. bin ich am morgen in einem kleinen see aufgewacht. alles nass. erstmal zelt um zehn meter versetzt und dann trotz des sch... wetters zurueck ueber die moraenen aus steinen aller art. schon im trockenen war es nicht ohne doch im nassen musste ich eigentlich davon ausgehen dass ich mir die knochen breche. es regnete die ganze zeit, doch bis auf ein zwei wackler habe ich es bis zur refuge frias geschafft die ich zwei tage zuvor entdeckt hatte geschafft und erst mal ein feuer im ofen gemacht, um meine klamnotten zu trocknen. wie es der wettergott so will, kam genau da auch noch die sonne raus und ich beschloss noch am see entlang zu laufen, nachdem alles halbwegs wieder trocken war. diesmal jedoch auf der anderen uferseite, da ich nicht den gleichen weg zurueck wollte. dies war jedoch ein eigentor. da mich zwei felsen in den urwald zwangen und ich mich dort ueber eine stunde durch nahezu undurchdringliches gebuesch schlagen musste. trotzdem fand ich einen tollen zeltplatz und entschied mich am brazo sur weiter zum perito moreno gletscher zu laufen, in der hoffnung, dass ich dort mit dem boot irgendwie auf die andere seite komme. ein maechtiger bulle erschreckte mich am morgen, als er ploetzlich im kniehohen gras lag, allerdings nicht der gleichen tat und mich ziehen liess. ueber 20km luftlinie hab ich geschafft an dem tag und einen zeltplatz am brazo sur nur etwa fuenf kilometer entfernt vom gletscher gefundne. der brazo sur wird vom perito moreno gletscher regelmassig angestaut (um bis zu 30m) und bricht in abstaenden von zwei bis zehn jahren durch das eis. und genau das tat er in dieser nacht. um vier nachts gab es ein maechtiges grollen und ich dachte schon es bricht ein vulkan aus. am morgen sah ich aus dem zelt und da war das wasser um vielleicht drei meter gesunken. der brazo sur hat eine flaeche von geschatzt 150 quadratkilometer womit man eine ungefaehrte vorstellung erhaelt wieviel wasser durch den etwa 50m breiten eiskanal geflossen ist in den vier stunden bis um acht. ich brach also beizeiten auf und der anblick der eiswand des riesigen gletschers war echt beeindruckend. 60m hoch ist sie stellenweise (überm Wasser) und bei sonne hat sie ein einzigartiges blau. schliesslich kam ich zum bootsanleger und fragte ob ich einen nacht in der bucht zelten koenne. doch da ich keine erlaubnis von den rangern hatte musste ich mit dem ersten boot ueber den see. allerdings umsonst im tausch gegen meine bilder. auf der anderen seite habe ich einen bus erwischt der mich die knapp zehn kilometer bis zum gletscher mitnahm. dort drehte ich meine runde auf stahlrost wegen mit hunderten oder tausenden anderen und machte mich danach auf zurueck nach calafate. allerdings ging da ein weg zum see und endete in einer schoenen bucht. ich stellte mein zelt auf und lief am see bis zum gletscher. es dauerte keine stunde und ein boot mit blaulicht kam. eigentlich hab ich es ja erwartet und so konnte ich mein zelt wieder abbauen. in deutschland haetten sie mich jetzt verhaftet, meinte der boss der elf polizisten. ich hab mir meinen teil gedacht. da laufe ich im gegensatz zu tausenden anderen zum gletscher und man kann ja nicht sagen dass es sich um urspruengliche natur handelt. von daher verstehe ich den standpunkt nicht so wirklich. aber okay, wenn jeder dort zelten duefte waers ja auch mist. von daher wars schon zu verstehen. so bin ich zur strasse zurueck und mit dem ersten auto in dem ein aelteres paerchen sass, nach calafate gefahren. habe hier mein ticket nach puerto natales gekauft und in einer stunde gehts mit dem bus nach chile.
 Estancia Cristina
27.02.2012 Der Traum geht weiter
da bin ich wieder in calafate und habe wieder eine tour vom allerfeinsten hinter mir. mit marion und michael gings zurueck zur ea. la leona. dort gabs noch nen kaffe und nen abschiedsfoto. danach 70 km am lago viedma mit sonnenuntergaengen und sonnenaufgaengen. einmalige farben und staendigem blick auf den fitz roy. einen einheimischen habe ich getroffen und der ranger hat mit seinem auto angehalten, als er nach el chalten gefahren ist. hat gefragt wohin ich will und ich natuerlich die wahrheit gesagt. widererwarten hatte er keine einwende und so hatte ich ein problem weniger. er wurde in zwei tagen wieder kommen. und so war es auch. fuenf kilometer vorm parkeingang hat er mich auf der strasse aufgelesen (dier haelfte der strecke blieb mir die "strasse" nicht erspart). ich musste mitfahren, da liess er sich nicht lumpen. in seinem kleinen haeuschen hat er mir den weg noch erklaert und ich sollte es fuer mich behalten, dass er mich gesehen hat. so bin ich weiter bis zu einer traumhaften lagune und habe dort kurz nach drei schluss gemacht. war baden, hab waesche gewaschen und ein wenig die gegend erkundet. der naechste tag hatte es in sich. zugewachsener weg stacheln ueberall und gemeine sumpfloecher. doch irgendwann stand ich am westende des lago viedma und hab um eins gesagt das reicht fuer heute. hab am ufer mein zelt augebaut und bin noch ein wenig das tal hinauf zu einer lagune gerlaufen, die vor weinigen jahren durch eine moraene durchgebrochen ist und das ganze tal in eine steinwueste verwandelt hat. ein echt beaengstigender anblick. am kommenden tag hiess es wieder gestruepp und dann das schlimmste stueck weg was ich je gelaufen bin. ueber den ersten pass war es kein problem doch der zweite brachte mich dazu an mir zu zweifeln. ich brauche nicht oft alle viere, aber dort schon. 300m steiler hang. bestehend aus umgestuerzten vertrockneten baeumen, grossen steinen und gestruepp. bei den steinen wusste man nicht ob sie gleich ins tal rutschen, bei dem gestruepp wusste man nie was drubnter war und bei den baeumen wusste ich nie ob sie brechen, so morsch waren sie. zwei stunden hab ich fuer die 300m gebraucht und war voellig fertig. allerdings nicht lange denn der blick auf die andere talseite war einmalig schoen. bis zu einem kleinen gletscher see bin ich noch gelaufen, dann wars gut. ach ja, meine sonnenbrille hab ich nun doch verloren. die haengt an irgendeinem baum und wartet auf einen neuen eigentuemer. von nun an hiess es einfach nnur geniessen. urwald mit pfad! kleine seen, ein fluss, gletscher, berge. was will man mehr. wieder an einer lagune hab ich gezeltet und bin am naechsten tag zum gletscher upsala, dem groesten der welt gelaufen. ein ueberwaeltigender anblick und der gletschersee hat eine einmalige farbe. ueber felsen gings am see entlang und am fluss der in den lago argentino fliesst hab ich gezeltet. den sonnenuntergang hab ich allerdings am see verbracht und dann hiess es nur noch zur ea. cristina zu laufen. mein proviant war aufgrund der zwei bummeltage fast aufgebraucht und so musste ich hoffen, dass ich mit dem boot zurueck komme. der weg zog sich doch war wunderschoen. in der ea. cristina  angekommen gabs zur begruessung erstmal einen grossen teller zu essen und einen latte macchiato. das schiff kostete knapp 100 eur doch das war mir egal und wahl hatte ich sowieso keine. ja und so bin ich in calafate gelandet und plane meinen trip in den torres del paine. busticket zur ea. nibepo aike hab ich schon und der rest wird sich ergeben.
 Circo de los Altares
16.02.2012 El Calafate
so als mein hunger ist gestillt, mittlerweile mit dem fruehstueck. wie gesagt die tour aufs eisfeld war einfach nur genial. ich hatte zwar einige proleme die ranger zu ueberzeugen, dass ich allein gehen kann, doch sie habe schliesslich ihr okay gegeben. der erste tag war noch gemuetlich, bis ich zur laguna toro kam undmich der wind fast davon geweht hat. mit der zeit kann er echt nervig werden. ich hattemir schon eine "geschuetzten" zeltplatz in einem kleinen talkessel gesucht doch als eine windhose durch diesen durchfegte bin ich zurueck zum eigentlichen zeltplatz vor der lagune gelaufen und habe am fluss ein besseres plaetzchen gesucht. aufdem hinweg kamen mirdre leute entgegen undjeder ga mir auf die frage, ob noch mehr leute obe seien dieantwort nein. aber irgendwie muesse sie sich uebersehen haben. ich war trotzdem vorerst allein bis gegen abend noch einige andere eintrudelten. mit einem spanisch-franzoesischen paerchen habe ich den sonnenuntergang an der lagune genossen - mittlerweile ging kein lueftchen mehr - und anschliessend haben wir uns zu den zwei australiern, zwei amerikanern und einem neuseelaender gesellt die noch auf dem zeltplatz eingetroffen waren. wir verabredeten uns fuer um sieben um gemeinsam zum paso del vieto aufzubrechen. und der weg hatte es in sich. erst wartete ein fluss mit 2 grad wassertemperatur. die australierin schaffte es ohne schuhe nur ueber den ersten von drei armen, so dass ich schliesslich zurueck bin, ihr meine schuhe gegeben habe und ihr den rucksack abgenomme habe ihr freund und vor allem sie waren mir ueberaus dankbar und ich seit dem der guide der gruppe;) der wind wurde immer staerker und nochdazu kam wieder mal sturm. ein kleines stueck gings ueber den gletscher unddanch steil bergauf. die zwei australier hinge ein wenig hinterher und wir warteten an eine kleinen notbiwak auf sie. sie wollte schliesslich dort zelten und so sindwir zu viert weiter. zwei stunden habe wir fuer vier kilomter gebraucht, da uns der sturm kaum vorwaertskommen liess. doch der blick aufseisfeld war die pure entschaedigung fuer die schinderei. danach verabschiedeten wir uns und ich bin richtung eisfeld weiter, waehrend die anderen drei talwaerts zur refuge sind. durch den regen bin ich aber nicht mehr weit gekommen undhabe mein zelt hinter einer steinmauer aufgestellt die scho jemand anderem als schutz diente. ich habe sie spaeter ein wenig verstaerkt und gegen abendkam sogar noch die sonne raus, sodass ich meine sachen trockne konnte. den naechsten tag habe ich bis mittag erwartungsgemaess im zelt verbracht, bis der angesagte regen vorbei war undbin danach noch bis zu einer lagunedirekt a gletscher viedma gelaufen. am abend konnte ich dann sogar noch ins wasser springen und einen tollen sonnenuntergang ueberm eis bewundern. am naechsten tag gings dann aufs eisfeld. ich hatte zugegeben ein wenig bammel davor. eine heikle stelle mit einer eine meter breiten schneebruecke ueber eine drei meter breite gletscherspalte liess diesen nicht unbedingt kleiner werden. doch komischerweise wehte kein lueftchen. es war wie im labyrinth auf dem eis und ein einziges gespringe ueber die spalten. einge regenboegen verschoenerten den anblick des unendlich erscheinenden eisfeldes und nach fuenf stunden stand ich vorm circo de los altares. die wolken hingen bei etwa 2500 metern doch die sonne liess mich noch ein stueck in kreis aus felsturmen hineinlaufe. mein zelt beute ich hinter einen kleine moraene auf dem eis auf und hoffte das die heringe im eis beschwert mit steinen halten wuerden. am spaeten nachmittag fing es maechtig an zu regnen und am abend faerbten sich die wolken blau. noch nie habe ich tiefblaue wolken gesehen. der ganze himmel war blau, so als ob keine wolke da waere. in der nacht bekam ich es dann maechtig mit der angst zu tun. schneesturm von der heftigen sorte. der hielt bis zum morgen an und als ich aus dem zelt sah konnte ich keine zehn meter blicken. nur wenig spaeter riss die wolkendecke auf und der schneesturm liess nach und ich stand vor einem einmaligen anblick. wolkefetzen zogen durch die 2000m hohen felstuerme und dazwischen ging die sonne auf. dass alles bei minus 5 grad. ich bin halb erstarrt vor erfurcht und in der nacht vor kaelte. hab kaum geschlafen. meine isomtte ist ein wenig zu duenn fuers eis. Pause!!.....waere gern noch eine nacht dort geblieben, aber das wetter war mir nicht geheuer und mit einem zerissenen zelt haette ich dort oben echt alt ausgesehen. so bin ich also mit rueckenwind zurueck zur lagune und hab das eis unter blauem wolkenlosen himmel bestaunen koennen. tags zuvor war es noch weich und es gab sogar halbe seen darauf, doch heute war alles gefroren und ich konnte mich vor lauter euphorie kaum beherrschen mit dem fotografieren. deshalb hab ich auch genauso lange gebraucht um vom gletscher runter zu kommen aber die schneebruecke war halb so gefaehrlich. bis zur refuge waren es nochmal zwei stunden und der rest bis el chalten, war einfach nur genuss. durch das wechselhafte wetter gab es jede menge regenboegen und meine ersten kondore dieses jahr konnte ich aus der naehe beobachten. immer wieder kamen sie vor dem hintergrund des gletscher viedma an mir vorbei geflogen. nach dem echt steilen abstieg zum lago viedma habe ich mir einen wunderschoenen zeltplatz am see gesucht und einen einmaligen sonnenuntergang sowie noch schoeneren sonnenaufgang bewundern koennen. ein doppelter regenbogen bildete sich vor dem gletscher und ueber dem see und es sah so aus als ob er aus dem wasser ein lichtstral empor schoss. traumhaft schoen! am vorletzten tag bin ich dem ufer gefolgt und zum zweitenmal musste ich de rio tunel durchqueren. diesmal allerdings nur einmal, da ohne austrlische begleitung. blieb fuer den letzten ta nur noch das stueck bis el chalten, wo die ranger froh waren, dass ich wieder zurueck war. mit dem bus gings kurz darauf nach el calafate. dort haenge ich heute fest. allerdings umsonst da mir die parkverwaltung keine genehmigung gibt allein vo der ea. helsingfors zur ea. cristina zu laufen. aber marion und ihr mann - name leider vergessen;) - haben sich gemeldet. sie sind auch gestern in el calafate angekommen. sie nehme mich samstag mit zurueck zum lago viedma vo wo aus ich die ganze sache halb oder voll illegal angehen werde. dielandshaft zwishen den estancias soll aber so schoen sein, dass ich sie mir nicht entgehen lassen will. irgendwie werde ich schon auch zurueck kommen. gestern war ich mit dan aus neuseeland nobel essen und heute hab ich mich mit marion und michael - name wieder eingefallen;) - verabredet. zuvor will ich noch paar besorgungen machen. neue muetze (ging mit dem wind), postkarten, proviant und ne riesen pizza....morgen gehts dann den ganzen tag mit dem boot ueber den lago argentino
15.02.2012 Ein gelebter Traum
mir fehlen echt die worte fuer die letzten tage, doch es war einfach nur traumhaft. zwei tage war ich auf dem eisfeld und schon der weg dorthin war ein abenteuer fuer sich. alles dazu gibts morgen, denn ich habe verdammt viel hunger!! hab mich mit meinem neuen neuseelaendischen freund in calafate eingenistet und werde hier den morgigen tag verbringen bevor es zurueck zum eisfeld geht.
 Fitz Roy
07.02.2012 Auf ins ewige Eis
morgen gehts los richtung eisfeld. hab mit einigen guides gesprochen und mich auch bei der nationalparkverwaltung erkundigt. das groesste problem wird der schnee werden und wahrscheinlich verhindern, dass ich bis in den circo de los altares gelange, dem angeblich schoensten bergpanorama der welt. aber auch so wird es wohl ein unvergessliches erlebnis werden. gestern hab ich einen kleinen na ja schon etwas groesseren tagesausflug gemacht und heute alle vorbereitungen getroffen um morgen beizeiten aufbrechen zu koennen. werde zwar kurz vorm eis noch zwei tage warten muessen da es noch heftig stuermen und regnen soll, doch lieber dort oben als im ueberfuellten el chalten. acht tage hab ich mir gegeben, bis dahin sollte ich mich bei der parkverwaltung zurueckmelden. das einkaufen heute war schon ein kleiner vorgeschmack auf meine tour. drei supermaerkte musste ich abklappern, bis ich alles hatte. die reinste shoppingtortur. doch mein rucksack ist mal wieder vollgepackt. mit diesmal einigen reserven mehr und nach einem ausgiebigen fruehstueck morgen frueh gehts los ins ungewisse. hab schon ein wenig bammel aber ich werd mich huehten irgendwelchen bloedsinn zu machen. auf alle faelle wirds ruhiger als auf meiner gestrigen tour. da konnte man ja kaum in ruhe p... gehen, so viele leute waren unterwegs. dabei war ich schon vor acht losgelaufen. also falls ich mich nicht mehr melde, hab ichs mir in ner gletscherspalte gemuetlich eingerichtet und warte auf besuch.
 Laguna del Desierto
05.02.2012 El Chalten - Der schoenste Berg der Welt
habs geschafft und bin in el chalten angekommen. die tour war grandios, aber manchmal mehr als anstrengend. die bootstour war ja noch gemaechlich und trotz wind auch ruhig bevor es auf richtung gletscher chico ging. immer am see lago o'higgins entlang fing es dann schliesslich bald an zu regnen. dazu gings mehr oder weniger durch gebuesch und so war ich bald ziemlich eingeweicht. abends kam ich zu einer huette von der mir eine argentinierin erzaehlt hat und der bewohner hat mich gleich hereingebeten. es war mehr als warm drinnen und so konnte ich meine klamotten wenigstens wieder trocknen. er besass ein wunderschoenes stueck land und lebte schon vierzig jahre allein dort, aber leider war alles ziemnlich heruntergewirtschaftet. die kischbaume und ein mittlerweile kaputtes gewaechshaus zeugten noch von besseren zeiten. dazu hatte er eine idyllische bucht am see, doch die machte bei dem wetter einen eher traurigen eindruck. egal, wir schwatzten ein wenig und nach einem kleinen abendspaziegang gings recht frueh schlafen. der naechste tag begann um sieben und sollte auch nicht eher enden. das gelaende wurde immer steiler und wieder gegen spaeten nachmittag fing es an zu regnen. das dumme war, dass ich keinen zeltplatz fand an dem auch wasser war. noch dazu hatte ich irgendwann den falschen abzweig gewaehlt und musste mich an einer schlucht hunderte meter den hang hinauf quaelen. irgendwo im wald fand ich in bachnaehe schliesslich ein kleine sstueck wiese auf dem mein zelt platz fand. allerdings war es da schon nach sieben und ich komplett fertig mit der welt. aber wenigstens fand ich einen kleinen pfad der weiter den berg hinauf fuehrte, wo der eigentliche "weg" verlief. dem folgte ich am morgen, allerdings bei wind und schneeschauern. vorbei an einer alten polizeistation verlor sich der pfad schliesslich und ich musste einen neuen finden. fast zwei stunden suchte ich im nebligen gelaende, bis ich schliesslich endlich den pfad zum gletscher wiederfand. unter dem letzten baum legte ich bei leichtem schneefall noch eine kleine pause ein. bevor nach einem steilen abstieg eine moraene hinunter mal wieder ein fluss wartete. der fahrer des schiffes meinte ich solle ihn ueber den gletscher umgehen, doch der war mir zu weit oben und so suchte ich mir eine geeignete stelle und bin bei schnee und wind durch gewatet. mittlerweile war mir die kaelte aber egal und so gings ohne probleme weiter. als sich am nachmittag dann sogar die sonne zeigte und es zu spaet war, um den gletscher noch zu ueberqueren suchte ich mir einen schoenen zeltplatz am rande des eises und erkundete die umgebung. einige hoehlen fand ich und hab mich sogar unters eis gewagt. war ganz schoen respekteinfloessend da drin. es wurde sogar noch richtig warm und somit ein richtig schoener abend. am naechsten tag gings dann auf den gletscher. zwei anlaeufe musste ich abbrechen, da zu viele spalten auftauchten, aber beim dritten versuch hatte ich dann glueck. einen fluss der fuenfzig meter steil unter mir im gletscher verschwand habe ich gleich mit steigeisen durchquert doch die moraene an der ich noch vorbei musste machte mir echt angst. loser kies, weit ueber mir riesige brocken, die gleich runterzurutschen drohten und unter mir fuenfzig meter das gleiche und danach ein eiswand von vielleicht hundert meter hoehe unter der alles verschwand. da wird dir echt anders zu mute und as, obwohl die sonne schien. ich hab das ganze so schnell es ging hinter mich gebracht und konnte meinen dritten versuch starten ueber den gletscher zu kommen. das eis selber war so mit schutt belegt, dass ich sogar meine steigeisen abmachen konnte. die spalten hielten sich in grenzen, nur ist es fast wie im labyrinth, den richtigen weg zu finden. einige markente punkte habe ich mir gemerkt - ja es ist noch moeglich;) - falls ich wieder zurueckmusste, doch nach reichlich zwei stunden und einigen spruengen ueber gletscherspalten stand ich auf der anderen seite. ich war echt froh, denn ich hatte schon etwas bammel gehabt, aber die vielen moraenen am rande und das rarunter liegende eis waren schwieriger zu ueberwinden. ein schritt hoch bedeuteten zwei runter und selbst tonnenschwere brocken gerieten mit der kleinsten beruehrung ins rutschen. na ja, irgendwann stand ich dann dort wo ich hin wollte und baute in der naehe des gletschers mein zelt auf. zwar fing es kurz darauf wieder an zu regnen, doch ich bin trotzdem noch zur spitze des gletschers gelaufen bzw. ueber felsen und eis geklettert und wurde mit einem tollen anblick belohnt. eine 50m hohe eiswand die sich in den gelbgrauen see schiebt und ab und an unter lautem getoese eisbrocken in den see stuerzen laesst. die sonne liess den abend recht warm werden und ich konnte mit blick auf den gletscher chico und die weissen berge -es hatte in der nacht bis 1000m geschneit - meine spaghetti verdruecken. der naechste tag wurde haftig. schon in der nacht fegte die ein oder andere sturmboehe um mein zelt doch am morgen fing es dann auch noch an zu schneien. ich jusste tyrotzdem weiter und der anstieg hinauf ins benachbarte hochtal war so das schlimmste auf meiner diesjaehrigen tour. 500 hoehenmeter bei sturm von der seite und immer wieder schneeschauern. sogar meine handschuhe mussten herhalten und das passiert selten. aber schliesslich waren sie teuer genug und da hab ich sie rausgeholt. oben angekommen hatte ich den wind und die eiskristalle voll im gesicht und nach einer halben stunde nachdem mich der wind mehrmals um einige meter zurueckgeworfen hatte, habe ich schliesslich mein zelt aufgebaut. es hatte keinen sinn mehr und ausserdem bekam ich ein fiebriges gefuehl. es war gar nicht so leicht das zelt aufzubauen, aber wenigsten fand ich ein halbwegs geschutztes plaetzchen. ich verkroch ich im schlafsack und kochte mir einen topf tee. das wetter wurde nicht besser und ich konnte nur hoffen, dass es am naechsten morgen besser aussieht. aber fehlanzeige. es hat die ganze nacht gestuermt und geregnet und hatte am morgen wieder um die null grad. wenigstens fuehlte ich mich wieder besser doch nur solange bis ich gegen den wind und eisregen ankaempfen musste. fast waagerecht kaempfte ich ich ueber den pass und der wind drueckte das wasser durch jede kleine pore meiner sachen. innerhalb von zwei stunden war ich klitschnass, doch endlich ueder den pass. es sind nur 1300m, aber man fuehlt sich wie auf 5000. wenigstens bekam ich den gletscher o'higgins noch zu sehen und danach hatte ich den wind halb im ruecken. zum glueck liess der regen auch nach, doch mein vorhaben nochmal dort oben zu zelten konnte ich vergessen. ich waere wohl erfroren, mit meinen nassen klamotten. ich musste mi9ndestens in wald kommen um feuer zu machen, doch ich hab es noch bis zu luis geschafft, der eine kleine farm am lago o'higg. hat. allerdings waren meine klamotten bis dahin auch schon wieder fast trocken. er zeigte mir einen platz fuer mein zelt und brachte mich am naechsten morgen mit seinem 30jahre alten boot ueber den fluss der vom gletscher chico kam. da die carabineros mich den weg nicht direkt nach argentinien gehen lassen wollten musste ich nochmal zurueck nach candelario mancilla doch zuerst nochmal hinauf auf 1200m. gegen nachmittag war ich an der "strasse" nach argentinien und habe meinen rucksack ins gebuesch gescmissen und bin die sechs kilomter bis zu den carabineros gelaufen. hab mir meinen stempel geholt und bin die sechs kilometer wieder zurueck zu meinem rucksack. diesmal allerdings bergauf. danach hiess es noch kurz zeltplatz suchen und ich hab zum ersten mal den fitz roy gesehen. ein traum in stein. an einem kleinen fluss in gesellschaft von paar pferden verbrachte ich die nacht und bin am morgen bei regen nach argentinien aufgebrochen. im gegensatz zur strasse in chile war der pfad in aregntinien echt schoen und gegen mittag war ich bei der gandamerie am lago del desierto. ich ueberlegte kurz ob ich mit dem boot fahre, doch da die sonne schon laengere zeit schien, habe ich den wanderweg vorgezogen. und ich war froh drueber. ersten fand ich einen tollen zeltplatz mit blick auf den fitz roy und zweitens war die landschaft ein traum. am vorletzten tag hiess es dann nach dem stueck am see entlang, strasse bis nach el chalten laufen. 37km stenden an der tafel und etwa 20 hab ich noch geschafft. an einem see hab ich die strasse verlassen und habe in einem maeandetal einen weiteren tollen zeltplatz entdeckt. am abend bin ich noch einen huegel hinaufgeklettert um den fitz roy aus der naehe bei sonnenuntergang zu sehen. das ganze wieder bzw. mittlerweile wieder bei sturm, aber langsam war der wind fast normal. die letzten kilometer haette ich auch noch geschgafft, doch schliesslich hatte ein busfahrer ein einsehen und ich konnte seinem angebot nicht widerstehn, mitzufahren, nachdem ich schon fast drei stunden im regen unterwegs war und den rio electrico durchwatet hatte. so war ich schneller in el chalten als gedacht und gleich mit zwei schweizern, wie soll es anders sein mittagesssen. danach gings in paradis, so heisst die herberge, wo ich drei tage entspannen werde.
 Claciar Chico
26.01.2012 Zwangspause
da das boot aufgrund des sturmes heute nicht faehrt muss ich wohlm oder uebel noch einen tag warten. das haus ist recht voll, aber es sind viele interessante leute darunter. einer hat sein zelt verloren und ich helf ihm gerade beim bauen eines neuen. die meisten sind mit dem rad unterwegs und warten fast alle auf das boot nach candelario mancilla. zumindest ist meine waesche wieder mal richtig sauber und die kletten aus meinem pullover, den ich vor zwei tagen auf meinen verbliebenen stock gehangen habe und dieser danach umgekippt ist, sind auch wieder raus. peter ist inzwischen umgezogen, da es ihm zu laut und voll ist hier, aber da der platz in der naehe des bueros der bootsfirma ist bleib ich hier. morgen um halb sieben in der frueh solls endlich losgehen und ttrotz des angesagten schlechten wetters werde ich richtung gletscher o'higgins aufbrechen.
 Perito Moreno NP
25.01.2012 Villa O'Higgins
so, da bin ich wieder. zwar ziemlich geschafft, aber unversehrt haben wirs nach v. o'higgins geschafft. am anfang gings etwas problematisch los da der erste fluss durch die hitze hier uebervoll war. jedenfalls haben wir uns am ersten tag nur bis ueber die mitte getraut, wobei ich einen meiner stoecke verlor und haben die nacht etwas flussaufwaerts verbracht, um es am morgen nochmal zu versuchen. die nacht war aber zu warm, als dass der wasserstand sinken wuerde. als wir zurueck am fahrweg waren und kurz vor einem erneuten versuch waren durch den fluss zu kommen, kamen gerade 10 amerikaner mit bergausruestung und standen genauso da wie wir. die guide war ziemlich von sich ueberzeugt und hat meine hinweise auf den besten weg durch den fluss ignoriert. schliesslich haben sich dann vier der typen im gaensemarsch aufgereiht und sind unter lauten "step" rufen schritt fuer schritt seitlich in den fluss. es warv ein grandioses bild fuer mich und peter und wir konnten uns das lachen nicht verkneifen. sie haben es nicht mal bis zur mitte geschafft, als sie schliesslich umkehrten. langsam wurde der guide etwas zutraulicher und sagte uns, dass am nachmittag ein auto kaeme um ihnen lebensmittel zu bringen. also beschloss ich meinen versuch durch den fluss zu kommen zu verschieben. als der fahrer jedoch sagte, dass er nicht durchfahren kann, hab ich mich ausgezogen, meine wichtigen sachen halbwegs wasserdicht verpackt und bin rein ins wasser. peter traute sich noch nicht und wollte warten wie ich durchkomme. es ging besser wie gedacht, auch wenn ich beinahe gestuerzt waere. ich rief peter zu, dass es nicht so schlimm ist und so kam er auch durch den fluss und wir konnten endlich weiter. am abend haben wir dann feuer an einem fluss gemacht bevor wir am naechsten tag die fahrstrasse endlich verlassen konnten. das tal wurde immer schoener und auch den pfad fand ich ohne probleme. allerdings ueberholte uns gluecklicherweise ein reiter der fast genau den selben weg reiten wollte wie wir laufen. bis auf 1500 meter sind wir geklettert doch die landschaft sah aus wir im hochgebirge. durch eine weite steinwueste haben wir den pass nach argentinien erreicht und haben an einem fluss uebernachtet. den naechsten tag gings wieder ins tal zurueck nach chile und wir waren an vielen kleinen seen baden. auch einige fluesse waren noch zu durchwaten, aber diesmal ohne grosse probleme. vor unserem letzten grossen anstieg haben wir gezeltet und einen kleinen abstecher zurueck nach argentinien gemacht. am naechsten tag gings wieder hinauf durch wegloses gelaende und wir sind der grenze gefolgt mit tollem blick in den perito moreno nationalpark und den lago nansen dessen farbe wohl einmalig ist. in einem hochtal verbrachten wir noch eine nacht und sind den folgenden tag durch ein herrlich gruenes tal einem gut ausgetretenen pfad gefolgt. nach sechs stunden waren wir am lago gitarra und haben die nicht allzu hohen berge unterschaetzt, als wir ohne unseren wasservorrat aufzufuellen weiter zum lago alegre gelaufen sind. jedenfalls hat es drei stunden gedauert, bis wir schliesslich am lago christie einen brauchbaren zeltplatz in der naehe einer huette fanden. vier hunde begruessten uns doch hatten mehr angst als wir. wir stellten unsre zelte auf und machten mal wieder ein kleines feuer. am abend kamwen die zwei bewohner zurueck und luden uns zu einem tee am morgen ein. nach diesem gings dann weiter ins rio mayer tal, wo ca. 50 km strasse auf uns warteten. zehn haben wir noch geschafft und uns in der hoffnung auf ein auto am naechsten tag am rio mayer niedergelassen. natuerlich kam nicht ein auto und wir sind 40km gelatscht. ich mit einer blase, da ich mir die einlegesohle am feuer versenkt hatte und es zu spaet gemerkt habe. naja, irgendwie haben wirs geschafft und machen nun zwei tage pause in o'higgins. kurz vorm ziel kam dann doch noch ein auto und hat uns die letzten 5 kilometer mitgenommern. dabei habe ich allerings meinen pullover auf dem auto vergessen und meinen stock zuvor an dem platz wo wir gerastet haben. den pullover fand ich recht leicht wieder, da v. o'higgins nicht gerade gross ist und den stock hat mir eine mitbewohnerin aus der herberge hier mitgebracht als sie mit iohren soehnen angekln war. heut nacht soll es maechtig stuermen und regnen und so faehrt das boot nach candelario mancilla wohl erst am freitag. aber ich bin ueber einen tag mehr pause nicht boese. danach gehts auf zu gletschern.
 Cavernas de Marmol
13.01.2012 Cochrane - Traumtour zu Ende
Was fuer eine Tour. ca. 150 km in acht tagen, die ich nie vergessen werde. wetter vom feinsten, dass heisst von schnee bis 30 grad alles. dreimal auf 1800m geklettert, in unzaehligen seen baden gewesen, freiwillig und durch unzaehlige fluesse gewatet, manchmal unfreiwillig. die bootsfahrt ueber den lago general carrera und nicht lago argentino - mein fehler - erlebte ich mit karin aus der schweiz und wir durften einen einmaligen sonnenuntergang geniessen es sei denn es standen uns irgendwelche deutschen touristen im bild rum. in chile chico wurden wir quasi auf der strasse aufgelesen und zu unsrer hospedaje gebracht. wir waren noch gemuetlich was essen und am naechsten tag gings mit dem bus kurz rueber nach argentinien geld holen fuer den sueden. ja und dann gings auf in die berge, mal wieder. es gibt kaum wasser, was mein groesstes problem zu werden scheint. es muss ueber zwei monate nicht richtig geregnet haben. drei tage bin ich ueber die berge geklettert vorbei an resigen felstuermen und begleitet von hunderten guanacos. das gekreische war mit der zeit echt nervend. nach den drei tagen bin ich im naturreservat jeinimeni angekommen und habe mit dem ranger dort meinen weiteren weg besprochen. alles kein problem meinte er, da gehst du dort und dort lang durch den und den fluss usw. scheinbar hatte er nicht bemerkt, dass ich kein pferd dabei hatte. jedenfalls war der erste fluss huefttief mit maechtiger stroemung. leider hab ich das erst bemerkt, als ich mittendrin stand. kein zurueck moeglich, da sobald ich mich umgedreht haette mich der fluss mitgerissen haette. ich hab nur noch gebetet: nicht umfallen, nicht umfallen und habb mich meter fuer meter vorgekaempft. schliesslich bin ich halbwegs trocken auf der anderen seite angekommen. auch mein rucksack ist nur ein wenig nass geworden. danach gings weiter und als ich ueber einen huegel kam, traute ich meinen augen nicht. eine voellig gruene lagune lag tief unter mir und dahinter ein gewaltiges tal mit gletschern, wald und einem riesigen flussbett. nur hatte ich ein problem: der fluss war noch breiter und tiefer, aber wenigstens ohne grosse stroemung. zur vorsicht bin ich erstmal ohne rucksack durch, doch bloederweise fing es an zu regnen, winden und hatte vielleicht fuenf grad. fuenfzig meter musste ich durchs wasser davon zehn meter bis zum bauchnabel tief. also raus aus allen klamotten. rucksack auf die schultern gelegt und zum zweiten mal durch. es war arschkalt, kann ich euch sagen. doch ich musste nochmal zurueck und den rest: kamera klamotten und stoecke holen. danach war ich sowas von durchgefroren, ich darf gar nicht dran denken. doch wie es der zufall will kam gerade in diesem moment die sonne raus und hat mich fuer eine halbe stunde gewaermt. mein zelt stand schnell und im schlafsack war mir schnell wieder warm. paar fotos waren auch noch drin doch dann war es das mit sonne fuer die naechsten zwei tage. in der folgenden nacht hat es bis ca. 1500m geschneit bei uebelstem sturm und am naechsten tag gings bei fuenf grad durch das riesige tal und bestimmt zehn mal durch irgendwelche flussarme. einige regenbogen gab es zu bewundern und sogar den pfad raus aus dem tal in ein nachbartal hab ich nach einigem suchen gfunden. allerdings hab ich mir bei der suche einen nassen schuh geholt in irgendeinem vertseckten wasserloch im gebuesch. dafuer gabs wieder einen schoenen zeltplatz. einige schneeschauer gab es und am kommenden morgen lag der schnee fast bis auf zelthoehe. aber es war eine tolle stimmung. zuerts durfte ich dann in meinen immer noch nassen schuh. 30km hiess um aus dem tal zu kommen und ich habs sogar geschafft. belohnt von einem tollen sonnenuntergang im vall chacabuco. der naechste tag bestand nur aus laufen und es waren bestimmt 35km. eine lagune entschaedigte fuer die strapazen mit einem kleinen bad und am heutigen morgen ist mir eins von vielleicht noch 1000 andenrehen vor mein zelt gelaufen. kurz spaeter gabs fruehstueck bei einem ranger und seiner familie und danach gabs nach einiger kletterei ein bad im glasklaren lago cochrane. der weg am see entlang war wunderschoen und das letzte stueck hat mich ein mann mit seinem boot mitgenommen. ich konnt aber auch nicht mehr, denn es hat dreissig grad gehabt. die naechsten zwei tage will ichs ruhig angehen und mit dem bus nach puerto tranquilo fahren und mir dort die marmorhoehlen ansehen. peter hab ich kennengelernt und wir wollen die strecke nach villa o'higgins zusammen laufen. 10 tage sind veranschlagt. hoffe das geht gut. er hatte es schon allein versucht, aber ist wegen schlechtem wetter umgekehrt. ach ja karin, deine bandage und deine uebel riechende salbe scheinen zu helfen, jedenfalls tuts erst nach zwanzig kilometern weh;) freut mich dass du dein handy wieder hast und dass dir die busfahrt so gefallen hat;) aber wenn du so gern mit mir gegangen waerst, koennen wir das ja in den alpen nachholen.:) so das wars erstmal und vielleicht melde ich mich nochmal mit paar bildern am sonntag.
 Lago General Carrera
die erste etappe ist geschafft und haette schoener kaum sein koennen. Nachdem ich sylvester verschlafen habe und es am morgen noch aus eimern gegossen hat wurde ich vom bus direkt vor der haustuer abgeholt und bin zurueck nach balmaceda gefahren. von dort gings hinauf in die berge und das bei feinstem wetter. Bis pto. ibanez sollte ich keiner menschenseele begegnen und das vier tage lang. der erste den ich gesehen habe, war ein bootsmann den ich nach der abfahrtszeit nach chile chico fragte. jede menge guanacos habe ich gesehen, kondore, flamingos und traumhafte landschaften. nur mein knie macht mir zu schaffen. es wird zwar langsam wieder besser, doch die meiste zeit hab ich ziemlich zu kaempfen. werd mir wohl in chile chico eine bandage kaufen. dort will ich auch meinen proviant auffuellen und dann weiter in das jeinimeini reservat und weiter nach cochrane. wird allerdings etwas laenger dauern als vier tage. bilder gibts noch keine, da der rechner total lahm ist. aber besser wie nix. jetzt werd ich mich ein bisschen an den riesigen Lago argentino legen und auf das schiff warten, dass um halb acht faehrt. hoffenlich gibts nen tollen sonnenuntergang ueber dem zweitgroessten see suedamerikas. als bis bald.
01.01.2012 Coyhaique - Back to Chile
so, da bin ich wieder. und ich freu mich total. zwar haette ich gestern, als ich daheim loswollte fast die krise bekommen, da meine Hueftgurtschnalle gebrochen war, aber da gab es kein zurueck mehr und so musste ich mit kaputter schnalle los. da kauf ich mir extra eine neue, weil ich dachte die alte machts nicht mehr so lange und dann geht das ding noch vor dem ganzen abenteuer kaputt und macht das abenteuer gleich von anfang an zu dem was es sein soll. das fing also echt gut an, doch wenigstens konnte ich einen flug eher nach paris nehmen, da mir eine stunde etwas zu knapp war zum umsteigen auf dem cdg. der flug nach chile war echt grausam. zwar hatte ich einen sehr gespraechigen sitznachbarn, doch schon nach einer stunde wusste ich nicht mehr wie ich sitzen sollte. ich glaub ich habe hundert verschiedene stellungen ausprobiert, doch irgendwie waere ein stehplatz fuer mich angebrachter. na ja, irgendwie gingen die 14 stunden vorbei und allein der vorbeiflug am aconcagua war entschaedigung genug. genau auf gipfelhoehe sind wir am hoechsten vulkan und berg der anden vorbeigeflogen. das wetter hier ist ein traum doch die einreise war genau wie der flug ein alptraum. fast zwei stunden mussten wir warten, da gleich vier maschinen gleichzeitig gelandet waren und die 1000 leute an acht schaltern abgefertigt wurden. es war wie in der sauna in der viel zu kleinen wartehalle. aber irgendwann war auch das vorbei und danach braucht eich ne weile, bis ich geschnallt habe, das ich die geheimzahl fuer meine kreditkarte vor dem abheben eingeben musste. der bloede geldautomat musste sich einiges anhoeren. der flug von santiago nach balmaceda war dann das ganze gegenteil, von dem nach santiago. die ganze strecke (2000km) sonne pur und fantastische tiefblicke auf die berge durch die ich vor knapp zwei jahren gelaufen bin. balmaceda liegt ungefaehr 600km weiter suedlich von puerto varas, wo ich meine reise letztes mal bendet hatte und in dem kleinen nest gibt es leider keine tankstelle, wie mir die nette frau an der information sagte, so dass ich doch noch nach coyhaique musste. eigentlich wollte ich das vermeiden, doch wenigstens fand ich in einem kleinen laden und nach einigem suchen und fragen eine neue schnalle fuer meinen hueftgurt. vor freude habe ich gleich zwei genommen, obwohl sie einen wesentlich stabileren eindruck machte als die aus d-land. die freude hielt jedoch nicht lange, denn in der herberge in der ich untergekommen bin erzaehlten mir vier hollaender, dass im torres del paine nationalpark ein riesiger waldbrand wuetet. eine touristin wollte feuer machen und das ging maechtig in die hose. irgendwie kommt mir das wie ein schlechtes omen vor und ich hoffe das sie das feuer bald unter kontrolle haben. nicht nur weil ich ja auch noch dort hin will. auch hoffe ich, dass die nacht nicht gar so laut wird, denn ich brauche unbedingt schlaf. proviant und benzin habe ich inzwischen und morgen halb elf haelt der bus vor der haustuer, der mich zurueck nach balmaceda bringt, von wo aus ich nach puerto ibanez aufbrechen will. 4 tage reichen fuer den anfang, dann muesste ich dort sein. bleibt mir also nur noch allen ein gutes neues jahr zu wuenschen und bis bald zu sagen.