La Rioja - Catamarca (ARG) 2017


Hostal San Bernardo, Guandacol

43 grad waren es gestern in la rioja. Zum Glück hat es aber im neuen Jahr etwas abgekühlt. Ich habe mal wieder Glück gehabt und bin bei tollen hilfsbereiten Menschen untergekommen. Reinhart ist in den 50ern aus dem Osten geflohen und bei seinem Onkel hier in guandacol gelandet. Früher betrieben sie eine kleine mine hier in den Bergen doch jetzt leben er und seine Familie vom weinanbau, ihrem kleinen Hostal und der rente. Sie werden mich morgen auch noch zu meinem Startpunkt fahren und mir so paar Meter sparen. Doch heute ist noch ausruhen angesagt, da die Anreise ziemlich stressig war. Die ging gleich gut los, denn paar Meter vor der startbahn in Frankfurt musste das Triebwerk unserer Maschine erstmal repariert werden. Das dauerte drei Stunden und so waren wir recht spät in Sao Paolo. Was bedeutete dass es mein Rucksack nicht bis in den Flieger nach Buenos Aires geschafft hat. Ich bekam 150 EUR Entschädigung und konnte ihn einen Tag später in salta am Flughafen abholen. Dort traf ich auch gleich noch Fidos Freundin und sagte ihr dass ich Ende März bei Ihnen vorbei kommen werde. In salta übernachtete ich bei Monika und Heinz die ich auch vom letzten Jahr kannte bevor es am nächsten Tag mit dem Bus nach La rioja weiter ging. Dort bin ich mitten in der Nacht angekommen und hab den Rest der selben auf einer Bank verbracht. Am Vormittag ging es einkaufen und ab dann hieß es schwitzen. 43 grad zeigte das Thermometer. Zum Glück ging die Klimaanlage im Bus nach quandacol nicht wirklich und so war ich froh nach sechs Stunden aussteigen zu können. Es war nicht viel kühler und dummerweise fand ich auch niemanden der mich die 5 Kilometer nach San Bernardo brachte. So fragte ich paar Jugendliche ob sie dort anrufen können. Einer von ihnen war ein Neffe von Reinhart und so blieb mir der marsch in der Abendsonne erspart. Es gab sogar noch ein leckeres Abendessen doch das beste war die kalte Dusche. Und ich habe nach drei Tagen mal wieder richtig geschlafen. Ab morgen werde ich also für ungefähr zwei Wochen unterwegs sein und hoffentlich nicht allzu sehr zu kämpfen haben mit meinen überflüssigen Pfunden. Bis auf 4600m geht es rauf. Allerdings recht langsam. Jeden Tag etwa 600m. Bis zum abgelegen und kaum bekannten Nationalpark San Guillermo. So ist der plan. Viele pumas gibt es dort und vor allem prächtige Landschaft. Aber auf dem Weg dahin auch klapperschlangen, Skorpione und Vogelspinnen. Doch so wie es meine Gastgeber meinten auch genug Wasser. Das größte "Problem" wird wohl die Hitze werden bzw wird sie mich ganz schön bremsen.

Die Berge Guandacols

Tag 1
Um 6 war Frühstück ausgemacht also hieß es halb aufstehen und Rucksack packen. Ein letztes Mal also für die nächsten Tage eine gemütliche Tasse Kaffee und leckeres selbstgebackenes Brot bevor mich Klaus der Sohn von Reinhart zehn Kilometer das Tal hinauf fuhr. In ca zwei Wochen wird die dakar hier lang dröhnen. Ich habe es jedoch vorgezogen das nebental hinauszulaufen welches mich Richtung Westen brachte. Der kleine Fluss führte Wasser und so war ich guter Dinge. Die Sonne im Rücken und 3000er vor mir folgte ich dem Wasser  und merkte schnell dass es ziemlich warm werden würde. Jedenfalls war ich froh abundzu etwas Schatten an einem der vielen Felsen zu haben. Das Tal war nicht spektakulär doch es wimmelte nur so vor Papageien. Loros wie sie hier heißen. Die machten einen üblen Lärm und flogen wild kreischend in Gruppen durch die gegend. Das Tal verengte sich und an einem kleinen Canyon hieß es zum ersten Mal schwitzen, da ich ihn obenrum umgehen musste. Zum Glück fand ich nach einer kurzen klettereinlage einen Pfad der mich nach paar hundert Metern wieder runter zum Fluss brachte. Inzwischen war es mehr als warm und die Zeit verging wie im Flug. Und da ich es am Anfang nicht gleich übertreiben wollte nutze ich die Gelegenheit eines schattigen felsvorsprungs um mir mein Lager herzurichten. Den anstieg hinüber zum Rio flecha hätte ich eh nicht mehr geschafft. Also hab ich in den Tag gedöst und zum Mittag das letzte Brot gegessen welches mir olvia die Frau von Reinhart mitgegeben hatte. Am späten Nachmittag habe ich mich dann doch nochmal in die sonne getraut und bin ein wenig durch den Canyon gestiefelt der das Tal hinauf führte. Danach gab's ne ausgiebige Dusche im Bach und ich hoffte das die Sonne nicht doch noch Besitz von meinem Lager ergriff was sie dann zum Glück auch nicht tat. Trotzdem hab ich dann noch nen kleinen abendspaziergang gemacht. Total lustige Felsen gibt es hier und in der kräftigen Abendsonne sehen Sie wunderschön aus. Allerdings brauchte ich danach noch ne Dusche doch wasser gibt's zum glück genug. Morgen muss ich 800m rauf über nen pass zum Rio flecha, wie er heißt, im nachbartal und dann wird sich zeigen wie fit ich bin. Doch 11 km luftlinie sind gar nicht so schlecht für den anfang. Aber erstmal gibt's ne Nacht mit bachrauschen und hoffentlich ein wenig Abkühlung.
Tag 2
So viel zum Thema nicht gleich übertreiben. Halb 7 bin ich los gelaufen und halb 1 war ich total kaputt zurück. Dabei sollten es nur 7 km bis zum rio flecha sein. Die 800m hoch hatte ich jedoch nicht auf der Rechnung. Zumindest nicht die letzten 300. Bis dorthin war ich schon drei Stunden unterwegs gewesen sodass es eigentlich schon zu warm war um die steilwand hochzuklettern. Ich hatte noch einen Liter Wasser. Ich versuchte seitlich aus dem Tal zu kommen da der hang nicht gar so steil aussah. Doch das war keine gute Idee. Nach den ersten Metern ging es über brüchigen Fels und losen Schotter. Dazu Kakteen und sengende Hitze. Alle zehn Meter musste ich anhalten und hatte Mühe meinen puls zu beruhigen. Dabei war ich grad mal bei 2000m. Doch der schwere Rucksack, das Gelände, die üble Hitze und mein zuneige gehendes Wasser ließen mich immer mehr ans umdrehen denken. Zumal ich nicht wusste ob ich auf der anderen Seite so ohne weiteres runter komme. Mir fehlten noch etwa 50m, doch als es anfing mir schwarz vor Augen zu werden blieb mir keine Wahl. Grad so dass ich heil den hang runter gekommen bin. Wenigstens fand ich unten im trockenen bachbett ein wenig Schatten. Ich desinfizierte meinen letzten halben Liter Wasser blickte auf die Karte. Es waren 4 km luftlinie bis zum bach und inzwischen wenigstens 35 Grad. Keine Ahnung wie ich das schaffen sollte. Mein Mund war jetzt schon trocken und meine Füße brannten. Doch ich konnte nicht warten und kletterte das steile bachbett wieder runter. Ich zwang mich nicht alles wasser auf einmal zu trinken und hatte Mühe mich zu konzentrieren um nicht zu stürzen. Irgendwann erreichte ich den flacheren Teil doch die Hitze wurde immer unerträglicher. Die letzten zwei Kilometer hatte ich kein Wasser mehr und der heiße Wind ließ mich förmlich austrocknen. An einem kleinen trockenen Wasserfall musste ich eine Böschung hoch und wieder runter um ihn zu umgehen und es fehlte nicht viel und ich wäre umgefallen. Meine Knie wurden weich doch es war nicht mehr weit. Ich zwang mich die letzten Meter hinunter und schmiss meinen Rucksack in den Dreck als ich am Bach war und übergoss mich mit dem warmen Wasser. Der Wind kühlte herrlich und ich trank einen Liter Wasser auf ex. Ich setzte mich unter einen kleinen Baum und ärgerte mich über meinen Leichtsinn. Aber noch mehr war ich froh wieder am Wasser zu sein. Ich lief noch die paar Meter zu meinem lagerplatz und setzte mich ne viertel Stunde in den kleinen Pool vor meinem felsvorsprung. Danach war ich zu nichts mehr zu bewegen außer mich abundzu ins Wasser zu setzen. Und natürlich musste ich einen Plan b finden um zum rio flecha zu kommen und nicht all zu viel Zeit zu verlieren. Am Nachmittag gewitterte es kurz und es zogen mächtige Wolken auf. Aber so schnell wie sie gekommen waren sind sie auch wieder verschwunden. Nachdem ich einen machbar scheinenden Weg über die Berge gefunden hatte bin ich am abend noch ein Stück dahin gelaufen um gleich mit dem Aufstieg beginnen zu können morgen früh. Ich hoffe nur ich habe nicht gar so großen muskelkater.
Tag 3
Und ob ich den hatte und als ich vor dem hang stand den ich hoch wollte hab ich mir gesagt ne da kletter ich nicht rauf. So musste ich außen rum was etwa 12 km Umweg waren. Ich musste ein Stück das Tal zurück und dann ging es durch eine steppenartige Hügellandschaft. Nirgends war ein Pfad zu finden doch ich kam trotzdem ganz gut voran. Trotz der Hitze war die Landschaft recht grün. Und es wurde wieder ein heißer Tag und die Hitze setzt mir ganz schön zu. Fast einen Liter in der Stunde muss ich trinken und hab trotzdem noch durst. Um elf war ich am rio flecha und er führte jede Menge Wasser. Nach ner kurzen Mittagspause ging es durch eine riesige Schlucht in das herrlich grüne Tal. Ich lief und lief da ich etwas Zeit gut machen wollte und machte den fehler das wasser aus den augen zu verlieren. Doch ich dachte mir bei so viel Wasser im Fluss kann nicht viel schief gehen. Doch als ich nach einem Kilometer immer noch nicht an Wasser kam wurde ich stutzig. Ich blickte auf die Karte und ja der Fluss war talaufwärts teilweise trocken. Also wieder zurück denn ich hatte nicht genug Reserve um weiter zu laufen. 2 km umsonst aber es gibt nichts schöneres bei der Hitze. Ich fand einen großen Baum unweit des Flusses und verbrachte dort den Nachmittag. Wieder war ich kaputt und mir kamen Zweifel ob das hier Sinn macht und vor allem Spaß. Hüftabwärts tut mir alles weh und meine kleine trinkflasche hab ich heute auch irgendwo liegen lassen, was ziemlich unpraktisch ist da ich nun jedesmal den Rucksack absetzen muss zum trinken. Mal sehen wie sich die nächsten Tage entwickeln. Vielleicht fahr ich ja doch nach Patagonien. Doch wahrscheinlich hab ich es einfach übertrieben für den Anfang. Meinen Rucksack musste ich auch reparieren da meine neue Konstruktion nicht so richtig funktioniert bzw zu schwach ist. Aber ich habe ja sekundenkleber dabei. Den rio flecha werde ich nicht lang wandern da es bis zum Wasser laut Karte fast 15km sind, sondern werde dem kleinen Fahrweg ins nachbartal folgen und dürfte so nach mindestens 2 Stunden am Wasser sein.
Tag 4
Ich wollte es ruhig angehen heute da ich mich nicht wirklich gut fühlte. Dazu schon den zweiten Tag Nasenbluten und richtigen Hunger habe ich auch nicht. Trotzdem bin ich wieder zeitig los und folgte dem weg ins nachbartal. Auf halbem Weg ein kleiner Altar und wie es hier üblich ist stehen da viele Wasserflaschen. Zum Glück auch eine kleine womit mir sehr geholfen war. Nach reichlich einer Stunde war ich am Fluss und war erleichtert dass er viel Wasser hatte. Echt erstaunlich wo das alles her kommt. Nach ner kurzen Pause ging es weiter und vorbei an paar versteckt im grünen liegenden estancias. Ein paar Esel und schafe streunten umher doch ansonsten war nichts zu sehen. Nur die Berge rückten näher und ich hoffte dass ich es durch Flussbett bis dahin schaffe. Kurz vor Mittag war Schluss und ich versuchte mich ein wenig zu erholen. Zwar fand ich keinen Baum dafür ein nettes Plätzchen am Fluss und mit Schlafsack und tarp sorgte ich für genug Schatten. Scheinbar ist es sogar meinen Solarzellen zu warm. Zumindest funktionieren sie nicht wirklich. Hoffentlich liegst nur an der Wärme.
Tag 5
Es war gut dass ich gestern etwas ruhiger getreten bin. Ich fühlte mich heute morgen besser wie die letzten Tage. Nachdem der gestrige morgen totenstill war weckte mich heute der plätschernde Bach. Wie immer kurz nach sechs gings aus dem Zelt und fast schon auf die Sekunde genau nach einer dreiviertel Stunde geht es los. Erst durch einen sich windenden Canyon und später durch eine weite Ebene. Die ersten kondore schwebten durch die Luft und es war recht angenehm zu den letzten Tagen. Aber wohl auch weil ich lange im Schatten laufen konnte. Auch diesmal versiegte das Wasser im Flussbett doch ich nehme an dass die estancia in der Nähe es weiter oben ableitet und es an dieser Stelle wieder austrat. So füllte ich eine reserveflasche und lief weiter. Nach zwei Kilometern konnte ich sie wieder auskippen und kam immer näher an die 3000er vor mir. Wie aus dem Nichts erblickte ich meine erste Schlange und die war nicht gerade klein mit ihrem reichlich 1m. Doch bevor ich auf sie treten konnte verkroch Sie sich ins Gebüsch. Da ich nicht im nächsten Canyon übernachten wollte und ich kurz davor einen großen Felsbrocken sah machte ich um 12 wieder Schluss. Alles danach kostet auch zu viel Kraft. Also lagerplatz hergerichtet und ne ausgiebige Siesta. Zum Glück halten sich die Fliegen in Grenzen. Also viel Zeit zum Nachdenken und Karte studieren. Ich habe keine Ahnung ob ich morgen durch die zweite Schlucht komme oder daran vorbei. Vielleicht muss ich wieder alles zurück. Am Abend bin ich auf einen kamm gestiegen und weiß nun wieder warum ich unterwegs bin. Unendlich weit erscheint das Land hier und vor allem ursprünglich und was mich wundert auch ziemlich grün. Wenn es nur nicht so warm wäre.
Tag 6
Mal wieder paar Kilometer "umsonst". Wie ich es befürchtet habe war durch die Schlucht kein durchkommen. Zwar führten ein paar rinderspuren bis hin doch wahrscheinlich nehmen sie dort nur ne Dusche an dem kleinen Wasserfall. Ich bin zwar reingeklettert in die kaum einen Meter Breite dafür aber bestimmt 300m hohe klamm doch der vierte Wasserfall war über zwei Meter und somit hieß es umkehren. Aber so waren meine Schuhe und Socken wenigstens nass und ne Abkühlung war es auch. Das Tal war echt schön. Bunte Felsen, Blumen, jede Menge Vögel doch leider gab's auch hier kein weiter. Das Gelände ist echt schwer und ich hatte mich schon damit abgefunden zurück nach Guandacol zu laufen als ich nachmittags im Zelt noch ne andere Möglichkeit entdeckte. Ein Tal weiter geht sogar ein Pfad hinauf. Allerdings sind das nochmal zwei Tage mehr. San Guillermo hab ich eh schon abgeschrieben doch ich musste ja wenigstens nach Guandacol zurück kommen. Mal sehen wies oben aussieht. Heute gab's dort ein mächtiges Gewitter und ich hoffe dass der Bach durch den ich heute den halben Tag gelatscht bin nicht anschwillt. Aber der zweite Zeltplatz heute ist definitiv der sicherere, nachdem ich am abend noch paar Meter für morgen gelaufen bin. Das Gewitter zog nur langsam weiter und es gab den ganzen Abend Wetterleuchten am Horizont.
Tag 7
Es sollte nicht sein dabei hat der Tag so gut angefangen. Ein knallroter Sonnenaufgang ließ mich guter Dinge aufbrechen. Laut Karte waren es etwa 6 km luftlinie bis zum nächsten wasser. Es war das erste Mal bewölkt doch ziemlich schwül sodass ich trotzdem ganz schön gekeucht habe zumal es über Geröll und immer bergan ging in dem riesigen Flussbett. Ich frage mich immer wieder was hier für Wasser runter kommen muss ab und an. Die Sonne kam immer öfter raus doch die 4000er waren den halben Tag in Wolken gehüllt. Wäre echt toll gewesen wenn das wasser auch dort gewesen wäre wo es laut karte hätte sein müssen. War es aber nicht und das Flussbett sah nicht so aus als ob es demnächst zumindest feucht werden würde. Ich hatte noch einen Liter Wasser. Ich lief also noch zwei Kilometer doch da war nix. Also blieb mir nur noch endgültig umzukehren. Es würde öde werden bis Guandacol aber inzwischen sehe ich es als gutes Training und Sinne schärfen für die nächsten Touren. Außerdem freue ich mich auf Reinhart und seine Familie. Hoffentlich sind sie nicht gerade in San Juan wenn ich aufkreuze. Aber noch sind es ja wenigstens noch 2 Tage. Ich lief also den Fluß wieder talwärts und baute mein Zelt an einer wunderschönen Stelle am Wasser auf. Die Wolken hatten sich aufgelöst und so wurde es doch noch mächtig heiß. Für einen abendspaziergang auf die umliegenden hügel konnte ich mich aber noch durchringen.
Tag 8
Irgendwie wollte ich nicht den gleichen Weg zurück und so hab ich dann doch noch nach ner alternative gesucht. Zwar war der Abschnitt der Karte mit Wolken bedeckt doch die Topographie sagte dass das Gelände nicht sehr steil ist. Ich packte also 3 Liter Wasser ein und folgte dem letzten verbliebenen Flussbett. Zu meiner Überraschung dauerte es nicht lange und es kam ein kleines rinnsal welches immer größer wurde. Das Tal wurde zu einem kleinen Canyon und ich hatte oft Mühe die kleinen Absätze zu überwinden. Doch ich hatte Glück und das Tal weitete sich wieder. Irgendwann müsste ich auf eine Art sattel kommen doch die hänge links und rechts wurden wieder steiler und ich musste erneut durch eine Schlucht. Nur diesmal keine aus Fels sondern aus verdichtetem Kies. Kaum 1m war Platz und teilweise musste ich kriechen während über jederzeit Steine geflogen kommen können. Ein paar kleine Wasserfälle gab's auch noch aber ich hab es geschafft. Hoffentlich komm ich die andere seite runter denn zurück wollte ich nicht unbedingt. Doch alles ging mal wieder gut und ich fand sogar einen Pfad auf der anderen Seite hinunter. Jetzt bin ich also doch noch am oberen Teil des rio flecha und überrascht wie wenig Wasser drin ist. Eigentlich nur ein rinnsal. Da ich nicht noch über den zweiten Pass konnte da zu ungewiss ob dort Wasser ist blieb ich und suchte mir ein halbwegs Steinschlag sicheres Plätzchen. Denn auch hier waren die teilweise senkrechten Wände aus grobem Kies. Wenn ich Glück habe bin ich in zwei Tagen am Fluss der mich zurück nach Guandacol bringt. Und so wie es aussieht ist die Passage ein alter viehtrieb. Wäre ja nicht schlecht.
Tag 9
Regentropfen! Halb fünf fing es an es an zu regnen. Und ich mitten im Canyon. Doch es blieb bei paar Tropfen. Ganz wohl war mir trotzdem nicht. Denn wer weiß ob es weiter oben mehr regnet. Der Himmel war komplett bewölkt und die Wolken waren dunkel und hingen tief. Und zur Abwechslung war es mal richtig frisch. Ich wusste noch nicht wie weit ich es schaffen würde. Hing unter anderem davon ab wo ich wasser finde. Der erste pass lag bei knapp 2600 und so hieß es knappe 500 Meter rauf. Zum Glück ging es recht gemächlich bergauf doch die Berge links und rechts waren ziemlich beeindruckend. Dazu das düstere Wetter. Ich folgte so gut es ging dem kaum sichtbaren Pfad und stand nach 2 Stunden oben auf dem pass. Die Aussicht war genial zumal ab und zu die Sonne durchbrach. Ideales wanderwetter. Kurze Pause und danach ging es wieder runter. Knappe 300m zu einem trockenen flussbett. Nicht so gut dachte ich. Aber noch hatte ich wasser. Vorbei an einer verlassenen estancia, die wohl nur noch als Ausflugsziel herhält ging es auf und ab bis zum nächsten Pass. Wieder auf 2600m und wieder blickte ich auf ein trockenes flussbett. Dabei war ich mir eigentlich sicher dass dort wasser ist, da die berge ringsum über 3500m hoch waren. Viel hatte ich nicht mehr und so bin ich runter. Tatsächlich trocken und nun? Das Bett war nicht breit und zum Glück nach 300m um einen Fels kam mir ein kleines rinnsal entgegen. Also erstmal ausgiebig Pause und die restlichen kekse von heute früh verdrückt. Es war kurz nach 11 und immer noch bewölkt. Zum zelten war es nicht schön genug und das kühle Wetter wollte ich nutzen. Allerdings ging es es zum Fluss Guandacol über 2900m und es waren noch 8 km luftlinie. Also nochmal 400 m rauf und danach 600 runter. Alles zusammen 3 stunden schätzte ich. Also aufgerafft und los. Ein vereinzeltes guanaco lief davon und ich kam im guten Rhythmus voran. Es wurde wärmer und die Sonne bekam die überhand. Doch der Pass war schneller erreicht als gedacht. Ich dachte mir oben wie mir es wohl ohne genug Wasser ergangen wäre. Die Landschaft auf der anderen seite war viel weiter und nicht so zerklüftet. Dazu knallrote Berge und das beste, ein 1a Pfad. Kurz nach 2 war ich am Fluss der etwas braun war vom Regen. Ich nahm erstmal ein Fußbad nach den bestimmt mehr als 20 km und danach hatte ich mir mein Siesta echt verdient. Es sind noch 25 km luftlinie. Mal sehen ob ich die morgen schaffe.
Tag 10
Ja ich habs geschafft und hab sogar schon ein leckeres Mittagessen bekommen. War im Pool baden und ja ich bin ein wenig froh wieder hier zu sein. Ich glaube Reinhart und seine Familie auch. Zumindest dass ich heil zurück gekommen bin. Jetzt ist erstmal Ruhe angesagt denn morgen kommt hier die dakar vorbei bzw endet hier.

Terminal de Buses, La Rioja

Es waren zwei erholsame Tage in Guandacol und es war wohltuend unter völlig entspannten und gastfreundlichen Menschen zu sein. Sie haben sich ein kleines Paradies geschaffen inmitten der rauen Welt der Anden. Reinhart hat mir viel von seinem bewegten Leben erzählt. Unter anderem von seiner Flucht aus der DDR davon wie er als 16 jähriger hier nach Argentinien zu seinem Onkel kam und von da an ein wirklich erfülltes und aufregendes Leben führte. Heute lebt er mit seiner Frau Elvira seinem Sohn Klaus samt Familie sowie seiner Tochter Sigrid hier in Guandacol und sie versuchen das beste aus ihrem Leben zu machen. Gestern war ich mir mit Klaus die Kolonne der rallye dakar ankucken und war echt beeindruckt von der Wucht vor allem der trucks. Bin zwar nicht wirklich ein Freund von Autos in der Natur aber es war ein toller Tag und für die Menschen hier eines der wenigen Highlights. Ich bin heute Abend mit dem Bus Richtung La rioja gefahren und warte gerade auf den nächsten nach Catamarca. Zum Glück ist es nicht gar so warm wie letztes mal wenngleich es immer noch knapp 30 Grad haben dürfte. Doch inzwischen habe ich mich schon dran gewöhnt. Am zweiten Tag meiner Tour als ich halb am verdursten umgekehrt bin,  waren in Guandacol 52 grad, wodurch mir im Nachhinein klar wurde wieso ich so gar nicht in tritt kam.
Es wird eine schlaflose Nacht da der Bus nach Catamarca kurz nach zwei abfährt. In Catamarca werde ich mir Proviant besorgen und mittags weiter nach tinogasta fahren um von dort wieder nach Westen aufzubrechen. Es sind viele Gewitter unterwegs und wenn ich Glück hab hat es geregnet und ich finde diesmal mehr Wasser. Falls alles normal läuft bin ich samstag in 2 wochen wieder in Guandacol um mich erneut 2 Tage verwöhnen zu lassen. Zuvor verbringe ich aber noch ne Nacht in tinogasta und dazwischen liegen etwa 180km über 4500m hohe Berge. Hoffe das Training der letzten Woche war genug.

Tinogasta - Laguna Blanca

Tag 1
Mein bettvorleger war nass heute morgen und ich brauchte eine weile bis ich kapiert hatte das es geregnet hatte und das Wasser zur Tür rein gelaufen war. Trotzdem war keine Wolke am Himmel und ich packte guter Dinge meinen Rucksack. Um acht gab's Frühstück in dem wirklich gemütlichen kleinen Hotel und um neun wollte mich der Hausherr zu meinem Startpunkt bringen. Doch er kam nicht herzu und so fragte ich 2 Gäste ob sie Richtung Fiambalá fuhren. Als sie ja sagten und auch noch platz im auto hatten musste ich doch nicht auf den Bus warten. Kurz nach 10 konnte ich losstiefeln und es war eindeutig schon zu warm. Das Wasser im Fluss war braun doch wenigstens war reichlich drin. Es war ganz schön anstrengend denn das Tal war schlammig und ich bin ständig darin versunken. Das Tal wurde zum Canyon und war fast schon spektakulär. Herrliche Felsen ragten in die Höhe in allen erdenklichen Farben. Fast 2 Stunden dauerte es bis sich das Tal wieder weitete und ich mir einen Zeltplatz suchen konnte. Zum weiterlaufen war es zu warm und der Platz den ich fand war einer der schöneren. Es gab sogar klares Wasser in der Nähe und genug zu entdecken ringsum. Mansbreite Canyons farbige Berge und dazu herrliches wetter am späten nachmittag. Ich kann nur hoffen das es genug wasser gibt denn die Tour könnte eine echt schöne werden. Eine die mich gefühlt an die Anfänge unseres Planeten bringt. Denn an manchen Orten hier könnte man denken dass das leben gerade erst beginnt.
Tag 2
Das Wasser war immer noch braun und es war weniger als gestern. Keine Wolke am Himmel und ich hatte die Befürchtung das es mal wieder ein richtig heißer Tag werden würde. So folgte ich dem Tal und bewunderte die herrliche Landschaft. Erst ging es nochmal durch einen Canyon doch dann breitete sich halb Argentinien vor mir aus. Wolken hingen an den 4000ern und dazwischen ein Meer aus Farben. An einer alten estancia redete ich kurz mit einem alten Mann und sagte ihm wo ich hin wollte. Ein schönes Fleckchen hat er sich da ausgesucht. Kurz darauf wollte ich eigentlich irgendwann zelten doch ich fand nirgends klares Wasser. Also hieß es laufen, laufen, laufen... Bis ich schließlich doch an einen kleinen wasserlauf kam der nicht rotbraun war. Er war sogar groß genug für ne Dusche und zum Wäsche waschen. Es wehte ein kräftiger Wind und so war es recht angenehm und nicht zu heiß. So bin ich nach ner kleinen Siesta noch einen schroffen Canyon hinauf gelaufen. Viele kondore waren in der Luft und ließen sich vom Wind in die Höhe treiben. Das Tal in dem ich zeltete war wunderbar grün und eingerahmt von mächtigen Bergen. Es machte Spaß umherzulaufen. Ringsum bildeten sich dunkle gewitterwolken und ganz wohl war mir nicht nachdem ich gesehen hab wie hoch das wasser hier steigen kann.
Tag 3
Wenn die lästigen fliegen nicht gewesen wären wäre es ein wunderbarer morgen gewesen. So sah ich zu das ich los kam. Der Himmel war bewölkt und die Landschaft konnte abwechslungsreicher nicht sein. Mal vorbei an steilen Felswänden mal durch grüne auenhafte Flächen. Überraschend grün war es und vor wenigen Tagen muss sich eine mächtige Flutwelle ins Tal ergossen haben. Jedenfalls sind die Spuren noch offensichtlich. An einer hohen Felswand war ein kondorhorst mit bestimmt 10 brutstellen.  Jedenfalls war der Fels total weiß. Ich wöllte kein junges sein welches sich dort zum ersten Mal in die Tiefe stürzt. Ich hingegen lief weiter bergauf und da ich schon gg 11 an meinem Zeltplatz war und er mir nicht wirklich gefiel hab ich kurzerhand noch einen Berg umrundet. Der Fluss stürzte sich zwar mittendurch doch zu Fuß musste man außen rum. Zumindest war auf der Karte ein Pfad zu sehen und so versuchte ich es erst gar nicht. Das war auch gut so denn die Aussicht war einmalig. Eine wüstenhafte berglandschaft lag mir zu Füßen und ich konnte bestimmt 100 km weit gucken. Der Weg schlängelte sich am hang entlang und nach zwei Stunden hatte ich es geschafft. Ein herrlicher Zeltplatz mit Wiese war der Lohn und glasklares Wasser dazu. In den Bergen bildeten sich wieder riesige gewitterwolken bei deren Anblick man echt schiss bekommen kann. So bin ich nocheinmal den hang hinauf und habe die Landschaft in einer beeindruckenden Stimmung erlebt. Das grollen wälzte sich über die Berge und dazu blies ein heftiger Wind. Dazu das Licht. Ein Traum.
Tag 4
Kalt war es heute morgen. Also zumindest gegenüber den vorherigen Tagen. Das gute daran, keine Fliegen. Zwar war ich gestern schon kurz über 3000m aber heute lag mein Ziel bei ca. 3400m. Bis jetzt spüre ich bis auf abundzu luftnot nichts von der Höhe. Wenn ich es mir jetzt überlege wäre das die ideale Tour für den Anfang gewesen. Das Tal war weit fast schon eine Ebene doch ich kam gut voran im ausgetrockneten Flussbett. Vorbei an einer verlassenen estancia und unter ständiger Beobachtung der guanacos kam ich meinem Zeltplatz näher. Vor mir wurden die 4800m hohen Berge immer größer doch frontal wirken sie meist mächtiger als sie sind. Mein Zeltplatz hielt was er versprach. Wiese, Wasser und eine tolle Aussicht. Die estancia in der Nähe war verlassen aber es hingen zwei Ziegenkeulen im Schatten sodas wohl noch jemand vorbei kommen würde dachte ich mir. Ich bin meinem plan einen Tag voraus. So hatte ich auch kein schlechtes Gewissen dass ich vor zwölf schon meinen lagerplatz hergerichtet habe. So blieb genug Zeit um einen herrlich ausgewaschenen sandsteincanyon zu erkunden und mal wieder diese angsteinflössenden Gewitter zu beobachten. Noch kamen sie mir nicht zu nahe aber mein Zeltplatz für morgen lag heute genau unter dem schwarzen Monster.
Tag 5
Es kam niemand zur estancia und so konnte ich auch niemanden nach dem weg fragen. Ich wusste nur es ist nicht steil und ich musste etwa 15 km ohne Wasser auskommen. Zumindest nur mit meinen Reserven. Ich mag diese weite berglandschaft. Die tollen Farben und mittlerweile auch das goldene guanacogras. Viele der schwsrzköpfigen Tiere waren unterwegs und kreischten als sie mich sahen. Sie werden immer noch gejagt obwohl es längst verboten ist. Ich näherte mich langsam der 4000er Marke und wie auf der Karte exakt dort traf ich auf Wasser. Es schmeckte furchtbar. Eine Mischung aus Salz guanacoscheisse und Pfirsich. Um eins stand ich an meinem Zeltplatz und war mehr als zufrieden. Nur die fetten Wolken machten mir ein paar Sorgen. Doch erstmal gab's noch einen Happen zu essen und dann bin ich auf den sattel in der Nähe gelaufen und blickte von dort in ein farbenprächtiges tal. So muss es vor Jahrmillionen überall ausgesehen haben. Zurück ging es über die prärieähnliche steppe und ich fand ein Quelle die direkt aus dem Boden kam. Glasklares und eiskaltes wasser. Doch mir gefiel überhaupt nicht was ich sah und hörte. Die Wolken wurden zu einem großen ganzen schwarzen etwas und der Wind wurde immer stärker. Noch befand sich das Zentrum ein Tal weiter aber ich war mir nicht sicher ob das so blieb. Ich bereitete mich auf das schlimmste vor und verstaute alles. Der Tag wurde zur Nacht und ich wusste nicht ob ich es faszinierend fand oder ob ich mir gleich einmache. Es schien so als ob sich ganze um den Berg bewegt als es anfing zu regnen. Doch ich bin mal wieder heil davon gekommen. Fürsorglich hatte ich meine Stöcke schon mal als blitzableiter zwanzig Meter vom Zelt ins bachbett gerammt. Eine Stunde leichter Regen war alles. Aber so ist mein Zelt mal sauber geworden. Fast. Für morgen hab ich meinen Plan geändert und werde dem Tal fast bis zum Schluss folgen und dann über einen 4300m hohen sattel ins nachbartal wandern. So müsste ich den 6800m hohen monte bonete sehen dachte ich mir so.
Tag 6
Jeden Nachmittag das gleiche Spiel. Es donnert mächtig aus allen Richtungen. Diesmal sitze ich unterhalb 5000er und ein wenig nervt das schon. Gerade noch so bevor der Regen richtig los ging hatte ich mein Zelt aufgebaut. Doch von vorne. Der Morgen begann etwas unheimlich. Die Berge waren von dunklen Wolken vergangen und sie selbst erschienen fast schwarz. So blieb ich etwas länger liegen (10min :) )bevor ich mich aufmachte. Zum Glück wurde es schnell heller den die Berge waren alles andere als schwarz. Zwischendurch sah ich sogar kurz paar Fußspuren. Weiter oben auf der Alm quasi dann Pferde und kühe. Die 4000 hatte ich geschafft doch aufgrund der vielen quellwolken wollte ich versuchen ins Tal zu kommen. Also lief ich den ursprünglich geplanten weg. Bei 4270m stand ich auf dem Pass und sah mal wieder einen Traum von Landschaft. Ich hielt mich trotzdem nicht lang auf da ich nicht mehr viel Wasser hatte. Doch an einem weißen felsnadellabyrinth konnte ich nicht einfach vorbei gehen. Kalk oder gips keine ahnung jedenfalls habe ich so was noch nie zuvor gesehen. Unweit fand ich zwar Wasser aber nicht genug für ne Dusche. Also nur Flasche gefüllt und ins Tal. Auch hier musste es kurz zuvor gehaust haben denn das Flussbett war ein einziges Chaos. War gar nicht so leicht runter zu kommen. Doch da bin ich nun und sitze in meinem Zelt an einem hoffentlich sicheren Fleck was auch immer noch kommt. Mir ist bis jetzt nie was passiert und vielleicht hab ich deshalb bißchen Angst weil ich ja auch mal dran sein muss. Aber das Flussbett des Flusses dem ich von nun an nach jagüe folge ist etwa 100m breit und kann jede Menge Wasser aufnehmen bis es zu mir ans Zelt kommt. Die schlammlawine die durch das Tal gedonnert ist durch das ich abgestiegen bin hat es trotzdem geschafft den Fluss anzustauen. Mittlerweile ist vom See jedoch nur noch Schlamm übrig. Ich sollte mich also nicht zu lange im Tal aufhalten. Heute ist mein Zelt jedoch definitiv sauber. Es hat sogar gehagelt.
Tag 7
Schneeweiss waren die  Berge heute früh und es war arschkalt. So bin ich glatt bis halb 8 liegen geblieben. Bis 4500m hat es etwa geschneit und dummerweise war das Wasser im Fluss braun. 15l hats geregnet und es ist schade dass ich nicht einfach irgendwo zelten kann wo es schön ist sondern sehen muss dass ich klares wasser hab. Die Landschaft war majestätisch. Am Horizont der 6800m hohe monte bonete in seinem schneekleid und vor mir unendlich grüne wiesen. Dazu die Tatsache dass es auch hier höllisch zugegangen sein muss vor kurzem. Aus jedem seitental ist die gerölllawine noch frisch und es ist mir nicht wohl dabei dass ich noch drei Tage brauchen werde bis ich draußen bin. Dort wo ich gestern gezeltet habe ist es heute einfach nur schwarz und es blitzt ohne Unterbrechung. Hoffentlich bleibt das Ungetüm dort. Sogar ein ziemlich großer Tornado kam aus den Wolken. Ist echt kein gutes Gefühl im Zelt zu sitzen.
Tag 8
In guter Gesellschaft hab ich die Nacht verbracht stellte ich am Morgen fest als sich ein kollosaler Bulle aus dem Gras erhob. Gegen elf hatte er noch rumgeknurrt weil ich wahrscheinlich auf seinem Platz schlief. Gestern Abend ist dann der Fluss noch mächtig angeschwollen und hat seine Farbe in grau gelb braun geändert. Unglaublich wie schnell das ging. Er wurde immer lauter. Da mein Handy fast leer ist musste ich ohne karte laufen was in dem Tal aber kein Problem war. Riesige wüstenhafte Abschnitte mit dazwischen liegenden grünen oasen. An einem steilhang nutzten 7 kondore die Thermik und drehten kreise. Ich schwankte noch ob talwärts oder hoch zur laguna brava. Doch das hatte sich bald erledigt. Es hatte mich erwischt. Ein übles unwetter. Sämtliche Gewitter des Tals und das ist nicht klein vereinigten sich zu einem. Es blitzte in allen Richtungen und die Luft hat förmlich vibriert. Der kleine Bach neben mir schwoll an und ich hoffte die drei Meter Höhenunterschied würden reichen und die Böschung bricht nicht weg. Doch nach 25l in ner halben stunde war schluss. Es regnete die ganze Nacht und der Fluss muss ein wahres Ungetüm gewesen sein. Für mich war jedoch klar das ich die 1200m zur laguna brava raufsteige. Habe keine Lust in dem immer enger werdenden Tal in der Falle zu sitzen.
Tag 9
Es regnete bis 9, obwohl fast keine Wolke am Himmel war. Ich beschloss einen Tag Pause einzulegen und stellte mein Zelt 5m höher auf die nächste Terrasse für den Fall dass es noch schlimmer kommt. Doch das ganze Gegenteil trat ein. Es wurde ein wunderschöner Tag. Sonne und Wolken im Wechsel und so unternahm ich ein paar Ausflüge in die Umgebung. Beobachtete schwarz gelbe Vögel - ja auch hier wird man an die Bundesliga erinnert - die sich an den nach dem regen der letzten Tage sprießenden blütennektar ergötzten. Ich lud mein Handy auf, irgendwie funktionieren meine Solarzellen nicht richtig, und stierte vor mich hin und hab ein wenig gedichtet.
Vorüber ist die Vollmondnacht
Als der neue Tag erwacht.
Absolute Stille hören
Nichts kann heut den Frieden stören.
In den Bergen sitz ich oben
Vom Licht in seinen Bann gezogen.
In der Sonnenstrahlen Wärme
Verliert mein Blick sich in der Ferne.
Die Müdigkeit die fliegt dahin
Mir wird bewusst, wie frei ich bin.
So will ich nutzen diesen Tag
Und tun was ich so gerne mag.
Eins zu sein mit dieser Welt
Der Bach neben mir wurde wieder ein Bach und der Fluss nimmt langsam wieder normalgröße an. Am Abend ging ein Fuchs auf beutezug und der Himmel wurde rot bzw die Wolken. Hoffe morgen wird es auch so schön. Hab keinen bock auf Gewitter in den Bergen.
Tag 10
Keine Wolke am Himmel als ich aufwachte. Die Sonne geht immer später auf so dass ich auch immer später aufwache. Aber es war eh ganz schön frisch und in der Sonne sieht die Landschaft gleich nochmal so gut aus. Es sollte ein recht kurzer Tag werden da nach knapp 8 km das letzte Wasser sein würde vor dem Pass. Die fehlenden 12km luftlinie wohlgemerkt und die 500 höhenmeter wären zu anstrengend geworden und nachmittags weiß man nie wie sich das wetter hier oben entwickelt. Also lieber schön gezeltet in einer Mischung aus sanddüne, alm, und sumpflandschaft mit unzähligen kleinen Tümpeln. Ein Fuchs hatte keine scheu und legte sich ein paar Meter abseits unter einen busch und beobachtete mich beim zeltaufbau. Als ich dann nach mein täglichen kakaomilch im Zelt lag schaute er sich die Sache genauer an und guckte fast ins Zelt ob er was stibizen kann. Da hab ich ihm aber Beine gemacht. Wahrscheinlich sind hier öfter guanacojäger und bei denen fällt dann immer was ab. Hier wimmelt es nur so von ihnen. Aber sie sind total scheu. Anders als der Fuchs. Ein 2cm großer Moskito bzw eine pferdefliege hatte es auch auf mich abgesehen. Die kenne ich noch von weiter südlich. Aber hier ist es der erste den ich zu Gesicht bekam. Tut höllisch weh wenn sie ihren 1mm dicken Stachel ins Fleisch rammen. Von einem größeren hügel hatte ich eine tolle Aussicht bis zu den ersten schneebedeckten 6000ern der hauptkordillere. Ist schon ein komischer Anblick wenn hinter den wüstenhaften abgerundeten Bergen die spitzen weißen kollosse herausragen. Morgen werde ich wohl die ersten Menschen seit 8 Tagen sehen und ich hoffe sie können mir irgendwie helfen nach jagüe oder besser noch nach Guandacol zu kommen. Mein Ziel ist eine Station der Straßenarbeiter die den Pass nach chile befahrbar halten. Ach ja und dann war ich auf sockensuche im Bach da der Stein den ich als beschwerung hergenommen hatte zu leicht war und er und meine Socken keine Chance hatten gegen die Strömung. Eine Socke ist zum Glück nicht weit gekommen die andere hab ich etwa 20m abwärts gefunden. Ordentlich durchgespült.
Tag 11
Unten im Tal hingen fette quellwolken als ich aus dem Zelt sah und ich ahnte nichts Gutes. Dabei wollte ich doch die fast 7000er vom Pass in voller Größe sehen. So sah ich zu das ich los kam auch wenn es mehr als frisch war. Kostet immer ne ganz schöne Überwindung aus dem Schlafsack zu kriechen. Vor allem weil es die erste Nacht war wo ich ihn zu machen musste. Das Tal zum Pass sah ziemlich eng aus am anfang und so bin ich zum morgensport gleich mal 200m den hang hinauf um die engstelle zu umgehen. Danach war das gröbste aber schon geschafft denn wieder in der Talsohle gings gemächlich bergan. Sogar Wasser gab es fast bis hoch. Die letzten Meter bis auf knapp 4200m waren nochmal steil und ich hab die Höhe ganz schön gespürt - 50 Schritt, pause, 50 Schritt... - aber die bevor stehende Aussicht war Motivation genug. Und ich hatte Glück. Zum ersten Mal hab ich einen fast 7000er in seiner ganzen Größe gesehen und noch dazu im weißen Kleid. Werde ich nie vergessen den Anblick. Danach hieß es 5 km Steinwüste durchqueren bis zur Laguna mulas. Das lustige, mitten in der Wüste auf einmal ein Flüsschen. Dem Schnee sei dank. Gegen elf war ich an der Lagune und es war ganz schön warm in 4000m. Die Quelle die auf der Karte war gab's wirklich nur dumm daß sich dort Millionen fliegen tummelten. Flamingos gab es aber auch und ich überlegte ob ich ne Nacht bleibe. Nach langem hin und her bin ich aber zu der straßensrbeiterstation gelaufen und als ich dort ankam kam ein Jeep. Das war auch gut so denn die Station war verweist. Der Fahrer fragte ob alles okay ist und ich sagte ja. Ich wollte nach jagüe oder weiter. Da sie zu fünft im Auto waren hat er mir den Kofferraum angeboten. Ich habe natürlich nicht abgelehnt und wir waren 2 min vorm bus nach Guandacol am Terminal in Villa union. So bin ich also schneller als gedacht wieder in Guandacol. Das letzte Stück hat mich dann die Polizei gefahren da Reinhart und Elvira in chilecito waren und Klaus kein Auto hatte. Es war eine herrliche Tour wenn auch ganz schön herausfordernd. Jetzt ist aber erstmal vier Tage Pause.

Guandacol

5 Tage habe ich es mir gut gehen lassen im Hostal San Bernardo und habe die Gastfreundschaft von Reinhart Elvira Klaus und Dina genossen. Das Essen war lecker und der Pool hat die Wärme erträglich gemacht. Wir waren zusammen in chilecito und mal wieder ist es mir schwer gefallen von wo weg zu gehen. Doch Reinhart und Elvira wollen nächstes Jahr nach Deutschland kommen und ich werde ganz sicher auch irgendwann zurück kehren. In den 5 Tagen habe ich auch meine nächsten Touren geplant. Noch drei will ich schaffen und die liegen alle zwischen 3000 und 5000+m. Auf meiner nächsten Etappe hoffe ich riesige sanddünen zu sehen und vor allem den höchsten Vulkan der Erde den ojo de Salado. Wenn auch  nur aus einiger Entfernung. Doch erstmal steht mir wieder eine schlaflose Nacht bevor. Denn es geht mit dem Bus erst nach La rioja und dann weiter nach Catamarca. Dort hab ich  noch einen Tag Zeit um endlich Postkarten zu finden und die fehlenden Karten runterzuladen, bevor es mit dem Bus wieder hinauf in die gigantische bergwelt der Anden geht. Mindestens zehn Tage werd ich brauchen bis ich von pasto ventura, einer alten estancia (viel Spaß beim Suchen) bis zur ruta 60 gewandert bin und ich hoffe mal wieder genug Wasser zu finden.

Laguna Blanca - El Penon

Tag 1 - 3
Das war wohl nix mit den riesigen sanddünen. Bis pasto ventura hab ich es per bus und teils abenteuerlichen Straßen noch geschafft doch dann hab ich gekniffen. Kein Wasser zumindest nicht dort wo es auf den Satellitenbildern war. Es hat wohl sehr wenig geregnet und geschneit in der Gegend dieses Jahr. 10 km luftlinie war das nächste Wasser entfernt und es war nicht sicher das dort welches ist da es keine Quelle sondern nur Oberflächenwasser war. So hab ich mich entschieden am nächsten Tag nach Laguna Blanca zu trampen. Doch nach fünf Stunden arschabfrieren und keinem Auto zumindest keinem was angehalten hat hab ich mir einen Zeltplatz gesucht und hab  noch eine Nacht gezeltet. Zwar nicht an der fast ausgetrockneten Lagune wie Tags zuvor da ich keine Lust hatte die 5 km nochmal hin und zurück zu laufen doch dafür mit ner tollen Aussicht. Und noch viel besser, mit einem tollen Sonnenuntergang. Es ist ziemlich kalt hier auf knapp 4000m und der Tag aklimasation war nicht verkehrt. Kurz nach Mitternacht weckten mich üble fallwinde vom knapp 6000m hohen cerro Laguna Blanca die an meinem Zelt zerrten. Diese wollten einfach nicht nachlassen und so war es am morgen mehr als Überwindung aufzustehen. Ich hoffte das ich heute mehr Glück haben würde und nicht auf den Bus warten musste der irgendwann um Mittag herum kommen sollte. Doch nach dem ich dem Gegenwind getrotzt hatte und mich förmlich zur Straße gekämpft hatte dauerte es keine halbe Stunde und es kam ein Auto. Ein Krankenwagen besser gesagt der eine mutter mit ihrem kind ins vier stunden entfernte Krankenhaus nach belen brachte. Der Fahrer war so nett und nahm mich bis zum Abzweig nach Laguna Blanca mit wo ich dann reichlich eine Stunde warten musste bis mich eine französische Familie auf der Ladefläche ihres pickups mitnahm. Zum Dank hab ich sie zum Kaffee eingeladen. Den gab's in der hosteria der Gemeinde wo ich mich auch gleich noch für eine Nacht einquartiert habe. Es scheinen nicht viele Leute hier her zu kommen und irgendwie macht der Ort einen unwirklichen Eindruck. Aber er war schon vor den Inkas besiedelt. Ich fragte die Leute nach der Umgebung aus und war froh als sie meinten es gäbe überall wasser. Also geht's morgen früh ab Richtung el penon. Zwar über einige Umwege aber ich will den vielen Proviant ja nicht umsonst rumschleppen.
Tag 4
Für halb 8 hatte ich Frühstück bestellt und völlig unerwartet war sogar jemand in der Küche als ich in den großen Speisesaal kam. Nach einer kurzen wetterfühlung draußen und einem kurzen smalltalk gab's nen Milchkaffee mit Brot und Marmelade. Butter war grad alle doch am ende der welt kann man ja nicht alles haben. Alle die ich gefragt hatte ob der rio rio Wasser führt sagten ich müsste etwa 15 km laufen. Bis dahin sei das Flussbett trocken. Also machte ich mich auf um die riesige Ebene zu überqueren die sich unterhalb des Ortes ausbreitete. Leider musste ich alles gegen die Sonne laufen aber wenigstens der Wind kam von hinten. Es war ziemlich zäh und die einzige Abwechslung waren zwei kleine Estancias. An der zweiten sagte man mir das es etwa noch 5 km bis zum Wasser sind. Es wurde immer wärmer doch mitten in der Wüste wurde das Flussbett langsam feucht und tatsächlich nach knapp 15 km gab's wasser. Und nicht zu wenig. Ich lief noch 2-3 Kilometer und stellte schließlich mein Zelt an den Fluss. Tarp und Schlafsack spendeten Schatten und das Wasser hatte genau die richtige Temperatur für ne Dusche. Blöd nur das ich mir die Arme verbrannt habe. Bis Mittag bin ich immer ohne sonnencreme ausgekommen doch ich hatte vergessen dass ich bisher noch nicht allzu oft gegen die Sonne gelaufen war. Der Wind frischte auf und immer öfter zogen riesige windhosen über die unendlich erscheinende Ebene. Ringsum ragten Berge in den Himmel und das spärliche Gras teilten sich Kühe Esel und vicunas. Zum Glück hatte ich das Zelt richtig aufgestellt sodass der Eingang im Windschatten lag. Erst wollte ich zu paar sanddünen laufen doch als ich auf die Karte sah und erkannte das die über 10km entfernt waren hab ich es vorgezogen im Sand zu sitzen und in die Gegend zu stieren.
Tag 5
Mein Zelt war klatsch nass am Morgen und das obwohl es keinen Tropfen geregnet hat. Ich glaub hier fällt mehr tau als Regen. Selbst der Fluss war voller als am Tag zuvor. Um der Sonne zumindest so gut es ging aus dem weg zu gehen bin ich bei zeiten raus. Doch der herrliche morgenhimmel kostete mich einige Zeit sodass ich genau als die Sonne hinter den Bergen hervor kam aufgebrochen bin. Der Fluss schlängelte sich bis an den Rand der Ebene wo ich einen alten saumpfad sah der mich hinauf zur nächsten prärieähnlichen Hochebene brachte. Der Blick zurück war schier endlos und ich wollte nicht glauben dass ich die ganze Ebene durchquert hatte. Hier oben war es grüner und als ich endlich am Fluss war gesellte sich ein einheimischer zu mir und wir quatschten eine weile während ich meinen durst löschte. Er züchtete Lamas und war wie er sagte total glücklich hier oben. Endlose wiesen prägten die Prärie und der Fluss schlängelte sich mittendurch. Ich lief noch ein Stück und kurz bevor die schneebedeckten 6000er aus dem Blickfeld verschwanden stellte ich mein Zelt auf die Wiese. Nach einer kleinen Mittagspause verschwand ich in die Gegend und bewunderte fast runde Steine bzw hausgrosse Felsen. Am Horizont bildeten sich einige mächtige Wolken und der Wind frischte von einer zur anderen Minute auf. Wieder hatte ich Glück gehabt denn mein Zelt stand genau richtig. Leider macht sich mein Magen etwas bemerkbar und ich hoffe das ich mir nichts eingefangen habe. Doch wenigstens der Sonnenbrand auf meinen armen ist nicht gar so schlimm. Hab trotzdem lieber mein langärmliches Shirt angehabt. Ach ja die mächtigen Wolken, sie und die untergehende Sonne ergaben am Abend ein faszinierendes Schauspiel. Oranger Regen dazu Wolken in allen erdenklichen Farben. Blitze und ein angsteinflößendes grollen. Werde ich nie vergessen. Und nach ner Stunde war alles vorbei als ob nichts gewesen wäre.
Tag 6
Bei knapp 4000m  bin ich angekommen und mein Zelt steht wieder auf einer riesigen Wiese an einem kleinen Bach. Der Weg hierher ging immer am Wasser entlang und kaum spürbar bergan. Vorbei an zwei estancias mit jeder Menge Lamas. Am morgen war es seit langem bewölkt doch wenigstens kein Nebel wie befürchtet. Aber die Wolken konnte ich fast greifen so tief hingen sie über dem Boden. Um zehn hatte sich die letzte ins Nichts aufgelöst und ich lief fast wie gewohnt unter blauem Himmel. Das Problem mit meinem Magen liegt wahrscheinlich an der kakaomilch. Werde sie wohl morgen mal weglassen. Hier oben in der Caldera ähnlichen Ebene gibt es unzählige kleine Lagunen mit Flamingos Lamas und paar mulas. Jede Menge Vögel schwirren umher und der Wind hält sich zur Abwechslung mal zurück. Ich habe heute beschlossen nach der Tour wieder nach Guandacol zu fahren und es mir paar tage gut gehen zu lassen. Ich glaub ich werde zu alt für diese Art des Reisens. Jedenfalls fällt es mir manchmal schwer mich zu motivieren. Vielleicht lässt ja auch die Begeisterung nach weil ich einfach schon zu viel gesehen habe. Doch allein die ersten Sterne und der noch orangene Horizont lassen die Gedanken verfliegen. Schlafsack zu machen ist inzwischen unumgänglich denn es wird wohl wieder ne kalte Nacht.
Tag 7
Mein Zelt war gefroren am Morgen. Und ich hatte den Zeltplatz blöderweise so gewählt dass mich die Sonne nicht vor neun gewärmt hätte. Zusammen packen ging ja noch aber Frühstück hab ich verschoben auf den ersten sonnigen Platz. Ich wollte schon meine Handschuhe anziehen so kalt war es. 6 km waren es über die Ebene bis ich am taleingang war und kurz mit einem alten Bauern redete der dort seine estancia hatte. Naja in Deutschland dürfte man in solch einer Behausung nicht mal Hühner halten. Echt krass wie die menschen hier teilweise noch leben. Auch dieses Tal war überraschend grün und nach einer guten Stunde kam ich auf die nächste Ebene. 4200m und Wasser ohne Ende. Dazu eine mächtige Landschaft ringsherum. Schroffe bunte Felsen ragten aus dem grün. Nur der Wind war etwas nervig. Voller entdeckerdrang verzichtete ich sogar auf die Siesta. Am späten Nachmittag bekam ich besuch von dem Bauern der estancia hier oben. Er begutachtete mein Zelt und dann lief ich mit ihm zu seiner Mutter die mit der Spitzhacke vertrocknete Büsche aus dem Boden holte. Ich half den beiden ein wenig bis die zwei Esel mit feuerholz beladen waren. Dann sollte ich noch schafe mit einfangen die etwa 5 km entfernt grasten und damit das Limit überschritten hatten. Zum Glück wurde das auf morgen verschoben denn mein hunger war zu groß um noch kilometerweit durch die Pampa zu rennen. So bin ich mit Leonardo zurück zu meinem Zelt und gab ihm etwas brausepulver. Das wollte er unbedingt haben. Wir aßen noch zusammen und dann ist er gegangen. Irgendwie war ich froh denn er wurde immer aufdringlicher und wollte alles am besten mitnehmen. So drängte ich ihn so höflich es ging zum gehen und drehte noch meine abendliche Runde. Genau wie die unzähligen Chinchillas die über die Felsen springen.
Tag 8
Heute war nicht mein Zelt gefroren sondern das ganze bachbett. Zum Glück nicht das Wasser. Ich habe mich dann auch entschieden dass Handschuhe anziehen keine Schande ist. Zwar hatte ich heute bei zeiten sonne doch es wehte ein eisiger Wind so dass ich gleich noch im Zelt gefrühstückt habe. Also meine halbe Packung Kekse gegessen habe. Es sollte ein kurzer Tag werden da es nur 10km luftlinie bis zum nächsten Zeltplatz waren. Ich lief vielleicht 10min als Leonardo auf mich zu kam und ich zwangsläufig den Umweg zu seiner estancia laufen musste. Ich war überrascht denn es lag kein Müll rum und die kleinen Häuschen schienen gut in Schuss. Seine Mutter fütterte gerade ein paar Lämmer mit der Flasche und schien sich zu freuen mich zu sehen. Da ich das Milchpulver scheinbar nicht vertrage habe ich es Ihnen gegeben und mein Rucksack war um 1 Kilo leichter. Danach bin ich weiter immer dem Fluss entlang wie schon seit 4 Tagen. Wieder kam ich zu einer Schlucht durch die es zur nächsten Ebene ging. Der Wind kam auch heute von vorne und meinen Augen tat das trotz Sonnenbrille nicht wirklich gut. Kurz nach der Schlucht verließ ich den Fluss und lief über eine kleine Anhöhe zu der Lagune an der ich zelten wollte. Der Anblick konnte schöner nicht sein. Bunte Berge unendliche weite Flamingos Schnee auf den 6000ern und dazu wunderschöne Schleierwolken. Ein Traum. Das beste war allerdings das frische Quellwasser direkt aus dem Boden. Leider war unter den Quellen keine warme dabei. Nur die fiesen sandfliegen störten die Idylle etwas. Dafür gab's am Abend einen unvergesslichen Sonnenuntergang. Einfach genial was die Natur zustande bringt.
Tag 9
Ich glaube ich habe meinen neuen lieblingsort gefunden. Als ich über den zweiten Sattel kam und in die Landschaft blickte waren alle Strapazen vergessen. Man kann es eigentlich nicht in Worte fassen. Vor mir eine riesige steinwüste. Eingerahmt von Bergen der verschiedensten Formen und Farben. Abstrakte Felsen die aus dem Boden ragten. Dazu schneebedeckte Gipfel zig Lagunen und ein blau weißer himmel. Oben fragte ich mich noch ob das Flamingos sind in der einen Lagune und zweifelte noch aber um so näher ich kam war klar das sind zehntausende. Ich wollte es kaum glauben doch die Lagune schien rosa zu sein. Ich konnte kaum still sitzen vor lauter Euphorie. Zu guter letzt an diesem Tag gab es noch einen genauso schönen Sonnenuntergang wie Tags zuvor. 4300m zeigt das GPS und so wird es wohl die kälteste Nacht werden bisher. Ich zieh vorsichtshalber mal Socken an. Letzte Nacht hatte ich nämlich kalte Füße.
Tag 10
Eigentlich wollte ich gar nicht weg von der Lagune zumal es auch einen wunderbaren windstillen morgen gab. Das gekreische der Flamingos war gar nicht so schlimm in der nacht dafür machten sie am morgen umso mehr Lärm. 12 km durch die Wüste standen mir bevor und diese konnten beeindruckender nicht sein. Immer neue Perspektiven und vor allem die weiß braunen Felsen gaben der Landschaft etwas einmaliges. Zwar sollte der Fluss zu dem ich wollte wasser führen aber ganz sicher war ich mir auch nicht. Auf 4400m musste ich nochmal rauf doch die Steigung nahm ich fast nicht wahr. Nach vier Stunden war ich am Fluss und dachte schon ich muss alles zurück. Doch das Wasser floss ganz an der Seite versteckt im hohen Gras. Vor lauter Freude machte ich einen Fehler und lief weiter talwärts anstatt zu zelten. Vor allem hatte ich die Karte nicht richtig gelesen. Denn das Tal verengte sich und das Gras darin war hüfthoch. So lief ich fast zwei Stunden bis ich einen brauchbaren und halbwegs sicheren Platz gefunden hatte. Der Wind ärgerte mich noch ein wenig aber ansonsten war nichts tun angesagt. Zumindest nach der ersten Dusche seit fünf Tagen. Ja ja aber bei eisigem Wind und genauso kaltem Wasser wird man automatisch zum schw...
Tag 11
Warum hat die Natur sandfliegen erschaffen. Noch dazu so kleine die durchs Moskitonetz schlüpfen. Da hab ich den perfekten Zeltplatz am Fluss und auf Wiese in einer wahnsinns Landschaft und dann diese Bastarde. Ausgerechnet heute weht kein Wind. Zumindest ab um drei. Zuvor bin ich durch die grand Canyon artige Landschaft gelaufen und fragte mich wie so etwas entstehen kann.
Die Nacht war kälter als gedacht denn das Wasser in den Flaschen war gefroren am Morgen. Genau wie meine Finger und ich war froh als ich weit genug auf einen Sattel geklettert bin und paar Sonnenstrahlen abbekommen habe. Die hänge waren mehr und mehr voller riesiger schwarzer sanddünen und das laufen darauf war gar nicht ohne. Vorbei an einem steinbogen kam ich an einen herrlichen Aussichtspunkt. Bestimmt 100 km konnte ich sehen und ein Stück weiter blickte ich hinab in das Tal aus dem ich am Morgen aufgestiegen bin. Ein Maler hätte es nicht besser hinbekommen. Auf einer steilen Düne rutschte ich hinunter und erreichte nach ner halben Stunde durch Gras und Wasser stiefelnd meinen zu derzeit noch perfekten Zeltplatz. Es war ein kurzer Tag und so blieb Zeit die beeindruckende Umgebung zu erkunden bis mich die Fliegen ins Zelt vertrieben.
Tag 12
War das Steak und der Salat lecker. Dazu ne warme Dusche und frisch gewaschene Klamotten. Ja das ging schneller als gedacht aber ich musste notgedrungen ganz schön dafür kämpfen. Der Tag begann wie die letzten, es war arschkalt. Doch gleich zu Beginn war morgensport angesagt denn ich wollte einen Sattel hoch um die riesigen schwarzen sanddünen im nachbartal zu sehen. Ich hätte einfach den Fluß runter laufen brauchen doch ich hätte echt was verpasst. Ein hundert Meter tiefer Canyon und mitten quer durch eine sanddüne die noch aus dem Canyon rausragte. Davon gab es drei und dazu noch von sandstürmen geschliffenes weißes felsplateau. Eine unglaubliche Szenerie denn beim Blick nach Süden ragten Vulkane aus der unendlichen weite in den Himmel, bildeten rote Berge den Abschluss nach Westen, sah das riesige weiße Feld des campo de piedra pomez aus wie hingemalt so unwirklich wirkte es, wanderten windhosen durch die Wüste, war am Horizont gerade noch der schneebedeckte ojo de Salado zu erkennen, bildeten sich mächtige nach Gewitter aussehende quellwolken... Ich kann gar nicht alles aufzählen was in diesem Moment auf mich einprasselte. Die letzten 4-5 Tage waren wohl mit das beeindruckendste was ich bisher an Landschaft gesehen habe. Doch zum Abschluss gab es noch eine kleine willensprobe. Über einen Sattel bin ich zurück in das andere Tal. Dort fand ich eine sumpflandschaft vor die es mir unmöglich machte zum Pfad auf der anderen Seite zu gelangen. Das hieß im weichen Sand rumstiefeln. Zumindest war Wasser zu sehen. Allerdings wurde das schilfgrad immer dichter so das man das Wasser nur noch erahnen konnte. Doch laut Karte und Aussage der Familie die gestern noch an meinem Zelt vorbei geritten kam sollte weiter unten ein kleines Flüsschen kommen. So kämpfte ich mich vorwärts und war froh über jedes Lüftchen was mir entgegen wehte. Als die ersten schwarzen sandfelder im Flussbett sichtbar wurden und diese weiß vom Salz waren begann ich zu zweifeln. Über eine Stunde stapfte ich jetzt schon durch den heißen Sand und als sich das Tal nach einer Kurve öffnete wurde mir klar das hier kein wasser mehr kommt. Ich hatte noch einen Liter aber auch erst einen getrunken heute. Außer meinen Keksen auch noch nichts gegessen. Doch Hunger hatte ich keinen doch ich spürte das das Wasser eng werden könnte. Denn einen halben hab ich am letzten schattigen Plätzchen getrunken und bis zur Straße waren es 9km über steinwüste und schwarze vulkanasche. Es wäre ein schöner Abend Abend geworden doch mir blieb keine Wahl. Morgen fuhr mein Bus. Knapp zwei Stunden hab ich gebraucht und als ich noch hundert Meter bis zur Straße hatte hielt der pickup den ich hab kommen sehen und wartete auf mich. Die zwei Männer darin fuhren nach El penon und nahmen mich auf der Ladefläche mit in den kleinen Ort. Dort war das teure Hostal ausgebucht doch die nette Frau an de Rezeption empfahl mir das casa de familia gleich um die Ecke. Dort schlafe ich für fast ein Zehntel und bekam als verspätetes Mittagessen ein Steak serviert. Ich bin trotzdem total platt doch glücklich das gesehen und vor allem erlebt zu habe die vergangenen Tage.

El Penon

Reichlich eine Woche faulenzen sind vorbei. Seit gestern bin ich wieder in El penon und morgen bringt mich der Hausherr der kleinen hosteria hier zu meinem Startpunkt. Vom campo de piedra pomez will ich bis nach El durazno laufen und so doch noch die riesigen sanddünen zu Gesicht bekommen. Es hat viel geregnet hier die letzte Woche und es ist ziemlich frisch. Doch mal sehen was mich die nächsten zehn Tage erwartet.

C.d.d.P - Pasto Ventura

Tag 1
Die ganze Nacht hats geregnet und der erste Blick nach draußen verriet nichts Gutes. Tief hängende Wolken und es wurde kaum hell. Doch das Frühstück schmeckte trotzdem. Der letzte Kaffee für etwa 10 Tage und getoastetes Brot mit Marmelade. Nach und nach lösten sich auch die Wolken auf und als wir um 11 losgefahren sind schien die Sonne. Ich sagte der Polizei noch meine Route bevor es 3 Stunden durch die Wüste ging. Wir waren zu viert im Auto da Gustavo nicht alleine zurück fahren wollte. Das weltweit einzigartige campo de piedra pomez - land des bimssteins - lässt einen nur staunen. Weiße lava die von Wind und Sand zu einem faszinierenden Relief geschliffen wurde. Auf 4000m ging es hinauf bis mich Gustavo abgesetzt hat. 30km vom nächsten Ort und mindestens 10km von Wasser entfernt. Doch ich hatte 3 1/2 Liter reserve dabei. Noch ein kleines abschiedsfoto und dann ging es zu Fuß weiter durch die Wüste bis zu einem kleinen Ableger des cdpp, der jedoch mindestens genauso spektakulär war. Und vor allem nicht verunstaltet durch hirnkranke offroadfahrer und irgendwelche ichwarhiersteinmännchen. Ich suchte mir einen halbwegs geschützten Zeltplatz, das erste mal nicht am wasser, und bin losgestiefelt. Hinterm pass über den ich gekommen bin braute sich was zusammen, doch das dunkle schwarz war genau der richtige Kontrast zu den weiß über rosa bis hin zu beige farbenen Felsen. Eine tolle Szenerie und auch kein bisschen beängstigend. Morgen früh werde ich wohl im Nebel sitzen, selbst wenn mich die schwarze Wand verschont.
Tag 2
30 cm im Durchmesser hat die kleine Quelle die ich inmitten der Wüste am Fuß des cerro azul gefunden habe. Fingerdick "sprudelt" das Wasser aus dem Boden. Man will es echt nicht wahr haben bei der Umgebung hier. Obwohl es die halbe Nacht geregnet hat und die Wolken am Morgen nur knapp über dem Tal hingen. Aber kein Wunder bei genau 4000m. Heute ging es nochmal 300m rauf und die Sonne brauchte lange bis sie die Wolken vertrieben hatte. Der Weg war recht eintönig und die einzige Abwechslung waren paar Regentropfen. Da ich nicht sicher war ob im nächsten Tal Wasser war blieb ich an der Quelle und drehte noch ne ausgiebige Runde. Die gewitterwolken wurden wie fast jeden Nachmittag auch immer größer und es war faszinierend wie schnell sie in die Höhe schossen. Bis sich der Himmel schließlich ganz verdunkelte und der Regen mich ins Zelt vertrieb. Jedoch nicht lange, denn am Abend gab's noch ein tolles Schauspiel aus Wolken Wind und Sonne.
Tag 3
Kurz nach 9 bin ich losgelaufen, so spät wie noch nie. Doch auf meinem Zelt war eine dicke eisschicht, so dass ich warten musste bis die sonne es aufgetaut hatte. Blauer Himmel und absolut kein Wind an diesem Morgen ließen mich aber gemütlich meine Kekse futtern. Das ich die noch nicht satt hab. Ich folgte einem vicunapfad der von wasserquelle zu wasserquelle führt nach oben und kam ganz schön ins schwitzen. Bis nach chile reichte die Sicht als ich auf dem Pass stand und 4453m erreicht hatte. Mein höchster Punkt dieses Jahr. Von nun an ging es auf und ab da ich einige seitentäler kreuzte um zum zweiten Pass zu gelangen. Ein weites Tal breitete sich vor mir aus als ich ihn erreicht hatte und in der Mitte entsprang ein Fluss. Duschen! War das erste was ich tat bevor es mit der Kamera in die Umgebung ging. Ganz nebenbei, auf die Bilder könnt ihr euch freuen. Die Gewitter ließen mich in Ruhe so dass es ein total entspannter Abend wurde.
Tag 4
Um 6 fing es an zu regnen und ich dachte schon, es wird ein langer Morgen im Zelt, doch nach ner halben Stunde war alles vorbei. Das trocknen dauerte nicht ganz so lange wie das auftauen und so konnte ich halb neun aufbrechen. Die sanddünen waren das Ziel. Einige der größten die es gibt außerhalb einer sandwüste. Um die 300m hoch sollen Sie sein. Noch war die Talsohle flach und voller Kies, doch der war recht fest und so kam ich gut voran. An einer kleinen Lagune rastete ich kurz und musste feststellen dass die quellwolken langsam die überhand gewannen und vor allem immer dunkler wurden. Dabei war es erst 10! Dazu war es ziemlich frisch. Kam wohl eine Kaltfront daher. Der Unterschied zwischen Sonne und Schatten betrug bestimmt 20 grad. Doch die Landschaft lenkte ab und als ich nach etwa zwei Stunden um einen Felsen kam sah ich soviel Sand wie noch nie zuvor. Außer in Tasmanien am Meer. Das ganze Tal war voller Sanddünen(-berge) und ich hatte keine Ahnung wie der dort hin gekommen ist. Nur durch Wind wollte ich nicht glauben. Blöderweise kam ein kräftiges Gewitter über die Berge und ich musste zusehen noch einen Zeltplatz zu finden. Doch ich hatte Glück. Windgeschützt hinter einem Vorsprung und in der Nähe von Wasser und natürlich auf Sand steht mein Zelt. Das erste Gewitter verschonte mich noch doch das zweite erwischte mich mit Regen und Hagel. Definitiv ne Kaltfront also waren die Gewitter nicht sonderlich gefährlich, auch wenn es mächtig durch die berge grollte. So ging das den ganzen Nachmittag. Mal Sonne und mal ging halb die welt unter. Aber es war genug Zeit um durch die Dünen zu laufen und die schwarzen Wolken waren genau der richtige Hintergrund. Eine wahrlich fantastische Stimmung.
Tag 5
Mitten auf einer grünen Insel steht mein Zelt und ich hoffe, dass es heute kein Gewitter gibt. Der Platz könnte etwas heikel werden. Aber nachdem es schon genug schwarze Wolken und regen gab heute und der Himmel immer mehr aufgeklart ist gehe ich davon aus dass es keine gibt. Der Weg durch bzw über die Dünen war einfach nur wunderschön. Die Konturen die Maserungen und vor allem die mächtigen Ausmaße kann man sich kaum vorstellen. Dazu die vielen Lagunen, ein hundert Meter breiter Fluss, die dunklen Wolken, kräftiger Wind und das Spiel aus Licht und Schatten. Genau so hatte ich mir das vorher vorgestellt. Das allerbeste ist, die einzigen menschlichen Zeugnisse waren zwei pferdespuren. Es waren wohl noch nicht viele Menschen an diesem einmaligen Ort.
Tag 6
Mal wieder war auf meinem Zelt eine eisschicht, doch der morgen konnte besser nicht anfangen. Keine Wolke am Himmel und kein hauch von Wind. Absolute Stille. So bin ich um 7, genau wie am Abend zuvor, in die Mitte des riesigen flussbettes, welches komplett aus Sand besteht, der wiederum von einem hauchdünnen wasserfilm überzogen ist, gelaufen. Die ganze Landschaft spiegelte sich und ich stand im Mittelpunkt der welt. Zumindest für einen Augenblick. Immer mehr der Umgebung tauchte die Sonne in Licht und und an den hängen und auf dem Wasser bildeten sich feine Nebelschwaden. Mal wieder ein Morgen den ich nie vergessen werde. Kurz vor 9 war alles trocken und verstaut und ich folgte dem Fluss ein Stück talwärts. Die Dünen verschwanden und es wurde grüner. Durch den regen der letzten Tage sprießen Gras und Sträucher. Nach einer Stunde bog ich in ein genauso grünes seitental und es ging wieder nach oben. Knapp 3 Stunden lang bis ich auf den letzten grünen Fleck im Tal mein Zelt stellte. Unweit kam auch das letzte wasser aus der Erde doch bildete dies eine kleine sumpflandschaft bevor es talwärts floss. So fand ich auch nen Tümpel zum duschen. Die fünf Kilometer bis zur nächsten wasserstelle wären zwar noch drin gewesen aber mal wieder konnte ich nicht sicher sein dort auch wasser zu finden. Der Platz war zwar nicht so spektakulär wie die tage zuvor doch so konnte ich das erlebte verinnerlichen und vor allem mein Handy laden, dessen Akku am morgen komischerweise komplett leer war. Hab zwar die Karte im Kopf aber sicher ist sicher.
Tag 7
18 km luftlinie in 4 1/2 Stunden! Hab gar nicht gewusst, dass ich noch so fit bin. Dabei ging ein Drittel bergan. Mein Zelt habe ich gefroren eingepackt am Morgen da ich nicht so spät los wollte für den Fall dass es sehr warm werden würde, denn ich wusste nicht ob ich mit meinen 3 1/2 Liter Wasser 2 Tage auskommen musste. Auf dem Pass erwartete ich eigentlich eine fantastische Aussicht, doch alles was ich sah war endlose steppe und Wüste an deren Ende kaum sichtbar paar weiße Berggipfel heraus ragten. Zuerst hieß es Slalom um die grasbüsche laufen und danach ging es über Steine in der Größe einer Faust bis hin zu einem fussball. Fluß hat es keiner bis runter von den Bergen, an deren Flanke ich lief, geschafft und mir kamen Zweifel ob ich heute noch fließendes Wasser sehen würde. Die weite war beeindruckend und man braucht schon etwas willen, um 18 km geradeaus zu laufen ohne das sich der Horizont merklich ändert. Kurz nach Mittag kam ich an die vermeintliche Quelle und sah von weitem vicunas. Ich dachte sofort: Wasser! Und ja, es war nicht viel, aber mit nem damm konnte ich sogar duschen. Danach brauchte ich erstmal ne Pause bevor ich mich fast mit nem unwetter angelegt hätte. Hinter dem Sattel über den ich gekommen war sah ich dunkle Wolken und dachte das gibt bestimmt paar schöne Bilder. Also bin ich zwei Kilometer dahin geklatscht und auf einen Tafelvulkan geklettert. Von dort oben sah es so aus als ob das Gewitter was gar nicht so schlimm aussah davonzog und so bin ich ein wenig auf dem Vulkan herumgelaufen. Doch als die schwarze Wand auf einmal wieder größer wurde und offensichtlich auf mich zu kam bin ich schnellstmöglich zurück. Ein ziemlich großer echter Tornado fegte über den sandigen Boden  und ich betete förmlich: bitte zieh rechts am Berg vorbei. Und ja ihr wisst was jetzt kommt. Ich hatte mal wieder glück. Dafür wehte jetzt ein ziemlich kräftiger Wind und zerrte an meinem Zelt. Sollte ich die letzte Nacht noch einen Sturm bekommen? Ja es ist meine letzte Nacht im Zelt. Ich habe beschlossen die verbliebenen knapp 4 Wochen Urlaub zu machen. Die Touren dieses Jahr waren teilweise traumhaft wenn nicht sogar die schönsten die ich gelaufen bin, doch sie haben ganz schön gezehrt. Keine Ahnung ob es am Alter oder an der Höhe liegt, die restlichen Tage werde ich es mir jedenfalls gut gehen lassen hier in Argentinien. Es sind noch knapp 20 km bis zur Straße und die werde ich hoffentlich genießen können.
Tag 8
Der letzte Tag fing genauso an wie der erste. Regen. Pünktlich 2:11 Uhr fing es an kräftig auf mein Zelt zu prasseln und hörte bis um 8 nicht auf. Halb neun war dann ganz Schluß und ich konnte aufbrechen. Zwar tröpfelte es noch abundzu doch ich hatte im gefühl bzw gewusst dass es ein schöner Tag wird. Ich lief einen kleinen Umweg zu einem kalksteincanyon und wurde mit einer tollen Kulisse belohnt. Etwa 50m tief war er und verkürzte mir mit seinen tollen Motiven den Weg über die schier endlose steppe. Sonne und Schatten wechselten sich ab und die Straße rückte näher. Vor den letzten fünf Kilometern bergan legte ich noch ne Pause ein und so flog ich förmlich hinauf mit der Motivation in zwei Stunden ein Steak im Magen zu haben. Ich war noch nicht mal an der Straße als ein pickup - was sonst - anhielt und jemand auf mich zu kam. Alles okay?  fragte er auf spanisch und ich konnte ihn beruhigen. Ob ich auch wirklich nichts bräuchte versicherte er sich und ich musste ihn fast zwingen weiter zu fahren, da er in die falsche Richtung fuhr. Es  dauerte keine halbe Stunde und ein pickup mit vier Franzosen hielt an. Diesmal in der richtigen Richtung. Also rauf auf die Ladefläche und ab nach El penon. Eigentlich wollte ich ja nach El durazno laufen, doch ich hatte meinen steripen (wassersterilisator) in der hosteria hier vergessen. Da es mir zu unsicher ist aus Flüssen unterhalb 3000m zu trinken (hab da so meine Erfahrungen gemacht) und El durazno dort liegt hab ich meinen plan geändert. Das heißt ich habe jetzt ein schnitzel und ein Steak im Magen und hab einen tollen Sonnenuntergang mit schneeweißen fastsechstausendern gesehen. Montag fährt der Bus und dann geht es nochmal nach Guandacol. Weiß noch nicht genau ob ich nicht doch noch eine zwei Tagestour in einer Schlucht mache in der ich eigentlich diesmal rausgekommen wäre oder ob ich die restlichen Tage wirklich nichts mache. Auf jeden Fall ist geplant, mit meinen Freunden in Guandacol ins Valle de la Luna zu fahren. Dann will ich noch paar Tage zu meinen Freunden auf der finca montenieva und eine Woche geht's in mein lieblingshotel termas de Reyes. Schlafen, Frühstück, verdauen, warmer pool, Mittagessen, schlafen, warmer pool, Sauna, Abendessen, verdauen, warmer pool, schlafen... Und das sechs Tage lang.   Muss ja schließlich fit sein für die Fa. Wisag 
PS: Bilder gibt es noch paar, wenn ich in Guandacol bin, ansonsten war es das für dieses Jahr. Hoffe es hat Spaß gemacht, meine in bestem Deutsch geschriebenen Berichte zu lesen. Nächstes Jahr geht's mit dem Boot nach Baja California oder irgendwo ins Grüne... Aber kann ja noch viel passieren bis dahin.

Weiter geht's

So, alles mal wieder ganz anders. Nachdem ich die  busverbindungen nach seclantas zu meinen Freunden durchforstet und festgestellt habe dass ich fast drei Tage unterwegs sein würde, werde ich nun doch noch von Laguna Blanca nach luracatao wandern. Sind nur 8 Tage mehr bzw 170km und spart mir 1000eur, da ich dann keine Zeit fürs Hotel termas de Reyes mehr habe. Die Woche ist aber definitiv Pause angesagt in Guandacol.

Termas de Reyes

Nachdem ich meinen Plan in einen Plan B geaendert hatte und dieser nicht so funktioniert hatte wie ich mir das vorgestellt hatte bin ich doch noch in Termas de Reyes gelandet und liege faul im warmen Pool. Ich bin schliesslich doch noch in den Parque Nacional San Guillermo gelaufen. Nach drei Tagen herrlicher Natur haben mich jedoch die ranger aufgegriffen und waren verwundert dass ich allein dort rumgelaufen bin. Ohne Jeep und Ranger waere das verboten, meinten sie und brachten mich ins 100km entfernte Rodeo. Auf die Frage warum es verboten waere, antworteten sie: im fluss waere zu viel wasser und ausserdem lebten viele pumas hier. Es sei einfach zu gefaehrlich. ich war echt bedient, da ich den schoensten teil verpasst habe und bin mit dem bus zurueck nach Guandacol. Und schliesslich weiter nach Termas de Reyes. Am Montag gehts nach salta und am dienstag zurueck nach d, wo hoffentlich schon fruehling ist.